Ärzte Zeitung, 28.09.2015

Raucherpause

Kein Anspruch aus Gewohnheit

NÜRNBERG. Auch wenn Arbeitnehmer jahrelang während der Arbeitszeit nach draußen gehen durften, um ihrer Nikotinsucht nachzugehen, muss das nicht so bleiben.

Eine "betriebliche Übung" und damit ein Daueranspruch auf bezahlte Raucherpausen entsteht in der Regel nicht, so jetzt das Landesarbeitsgericht Nürnberg (Az.: 7 Sa 131/15).

Es wies damit einen Lagerarbeiter ab, der 32 Jahre lang während der Arbeitszeit ohne Lohnabzug rauchen konnte. Ab 2013 galten auf Grundlage einer Betriebsvereinbarung neue Regeln. Danach sollten sich Arbeitnehmer zum Rauchen ausstempeln.

Das bescherte dem Lagerarbeiter Lohnabzug. Den er aber hinnehmen muss, urteilte das LAG. Ein gegenteiliges Gewohnheitsrecht bestehe nicht. Generell sei davon auszugehen, dass Arbeitgeber nur geleistete Arbeit vergüten.

Hier habe er vergütete Raucherpausen nie versprochen. Er habe mangels Zeiterfassung bislang lediglich keine Gelegenheit gehabt, den Lohnabzug zu berechnen. (mwo)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Die Therapiekünste eines Kung-Fu-Meisters

Ein Kampfsportler stößt mit seinem Gesundheitskonzept bei Medizinern auf Interesse. Ein Arzt ist sogar geneigt, von einem Wunder nach der Therapie durch Chu Tan Cuong zu sprechen. mehr »