Ärzte Zeitung, 19.10.2016

Urteil

Fortbildung: Kosten kein Arbeitslohn

Sind Fortbildungskosten, etwa für eine MFA, als Arbeitslohn zu sehen? Nein, urteilt das Finanzgericht Münster und verweist auf das Eigeninteresse des Arbeitgebers.

MÜNSTER. Wenn Ärzte für die Fortbildung einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) die Kosten einer entsprechenden Veranstaltung übernehmen, so ist dies nicht als steuerbarer Arbeitslohn zu begreifen.

Voraussetzung dafür ist, dass der Mediziner ein erhebliches eigenes Interesse an der Fortbildung hat, wie aus einem aktuell veröffentlichten Urteil des Finanzgerichts (FG) Münster hervorgeht.

Es gab damit einem Unternehmen für Schwer- und Spezialtransporte recht. Entsprechend den tariflichen Vorgaben hatte dies seinen Fahrern regelmäßig Fortbildungen bezahlt. Das Finanzamt stufte dies als Arbeitslohn ein und forderte von dem Arbeitgeber die Abführung von Lohnsteuer. Dagegen klagte der Unternehmer, das FG Münster gab ihm nun recht.

Zur Begründung erklärten die Richter des FG, das Unternehmen habe "ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse" an den Fortbildungen gehabt. Sie dienten nicht nur der Sicherheit im Straßenverkehr, "sondern auch der Sicherstellung des reibungslosen Ablaufs und der Funktionsfähigkeit des Betriebs".

Bei organisatorischen Fortbildungen einer MFA dürfte dies auch für eine Arztpraxis gelten. Bei einer fachlichen Fortbildung könnte das geforderte Eigeninteresse des Praxischefs in den dadurch teils erweiterten Delegationsmöglichkeiten liegen. (mwo)

Finanzgericht Münster

Az.: 13 K 3218/13

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »