Ärzte Zeitung, 20.01.2017

Kommentar

Folgenschwerer Schwur

Von Martin Wortmann

Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Ein wenig abgedroschen ist er ja, der alte Spruch, aber eben doch immer wieder richtig. Ärzte, die ihn missachten und in gutem Vertrauen ihren Vertragsarztsitz dauerhaft verbindlich in eine Berufsausübungsgemeinschaft einbringen, können mit dem Sitz ihre berufliche Existenz verlieren.

Das zeigt der Fall eines Radiologen, über den jetzt das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden hat. Im Gründungsvertrag hatte er sich verpflichtet, seinen Vertragsarztsitz abzugeben und zugunsten der BAG neu ausschreiben zu lassen, wenn er die BAG verlassen sollte.

Als es zum Schwur kam, erklärten das Schiedsgericht den Vertrag und die Zivilgerichte den Schiedsspruch für verbindlich. Die Zulassungsgremien sind daran gebunden, betonte nun das BSG. Als Folge können auch Tricks bei der Neuausschreibung und Klagen vor den Sozialgerichten den Vertragsarztsitz nicht retten.

Drum prüfe also – aber lasse es deswegen nicht unbedingt sein. Die Vorteile und Chancen, die eine BAG bieten kann, sind unbestritten.

Dafür gibt es eben auch Nachteile. Der Zwang zum abschließenden Einbringen des Vertragsarztsitzes ist aber gerade in einer radiologischen BAG gut begründet, damit die Kollegen nicht auf hohen Investitionen sitzen bleiben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »