Ärzte Zeitung, 27.01.2017

Europäischer Gerichtshof

Leihmutter kann Adoption nicht ersetzen

Durch Einschaltung einer ausländischen Leihmutter können Möchte-Eltern nicht das reguläre Adoptionsverfahren umgehen.

STRAßBURG. Die Staaten haben ein legitimes Interesse, rechtliche Elternschaft entweder von der biologischen Abstammung oder von einer regulären Adoption abhängig zu machen, urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Er wies damit ein Paar in Italien ab. Es hatte einer russischen Leihmutter eine befruchtete Eizelle einsetzen lassen. Allerdings waren weder Mann noch Frau mit dem Embryo verwandt. Die italienischen Sozialbehörden nahmen das neun Monate alte Baby in ihre Obhut, als das Paar das Kind in Russland abgeholt hatte. Die Beschwerde hiergegen wies der EGMR ab. Es sei nicht zu beanstanden, wenn Italien für sich allein das Recht reklamiere, eine Eltern-Kind-Beziehung rechtlich zu legitimieren. Zulässig begrenze Italien dies auf eine biologische Abstammung oder das reguläre Adoptionsverfahren. Dies diene auch dem Schutz der Rechte Dritter, hier etwa der biologischen Eltern. Im konkreten Fall sei auch noch keine enge emotionale Bindung zwischen dem Paar und dem Baby entstanden. (mwo)

Az.: 25358/12

Europ. Gerichtshof für Menschenrechte

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »