Ärzte Zeitung online, 20.03.2017
 

Fukushima

Gericht nennt Reaktor-Katastrophe "vermeidbar"

TOKIO. Ein japanisches Gericht hat eine Mitschuld des Staates am Atomunglück von Fukushima festgestellt. Das Bezirksgericht in Maebashi urteilte am Freitag, dass der japanische Staat und die Betreiberfirma des Unglücksreaktors Tepco sich der Nachlässigkeit schuldig gemacht hätten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Das Unglück sei "vermeidbar" gewesen, so das Gericht. Der Staat hätte seine Rolle als Regulator nutzen müssen, um Tepco zu Schutzvorkehrungen vor Tsunamis zu verpflichten. 137 Anwohner, die nach dem Atomunglück vom März 2011 ihre Wohnungen dauerhaft verlassen mussten, hatten geklagt und insgesamt 1,5 Milliarden Yen (12,3 Millionen Euro) Schadenersatz gefordert. Das Gericht sprach ihnen 38,55 Millionen Yen (rund 317 000 Euro) zu, die von Staat und Tepco zu zahlen seien.

Tepco zahlt Fukushima-Opfern derzeit 100.000 Yen im Monat. Menschen, die freiwillig ihre Häuser in der Region verlassen haben, erhielten einmalig 80 000 Yen. Nach der von einem starken Erdbeben und Tsunami ausgelösten Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima flüchteten Hunderttausende. Knapp 80 000 Evakuierte können aufgrund der radioaktiven Verstrahlung nicht in ihre Häuser zurück.(dpa)

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