Ärzte Zeitung online, 14.07.2017
 

Darmstadt

Internist wegen IGeL-Betrugs angeklagt

Der Arzt soll GKV-Patienten bei Magen- und Darmspiegelungen das Narkotikum Propofol als individuelle Gesundheitsleistung in Rechnung gestellt haben.

FRANKFURT/MAIN. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat beim Landgericht Darmstadt Anklage gegen einen Internisten aus Darmstadt wegen gewerbsmäßigen Betruges in 3174 Fällen erhoben. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Dem 59-Jährigen wird zur Last gelegt, in den Jahren 2009 bis 2012 bei Magen- und Darmspiegelungen gesetzlich versicherten Patienten das Narkotikum Propofol als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) mit 40 Euro privat in Rechnung gestellt zu haben. Die Prämedikation ist jedoch bereits mit der einschlägigen EBM-Ziffer abgegolten.

"In der irrigen Annahme, die Kosten für die Sedierung würden nicht von ihren Krankenkassen übernommen, zahlten die Patienten die vom Arzt geforderten 40 Euro direkt nach dem Eingriff, entweder in bar oder per EC-Karte", heißt es in der Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft. Den Patienten ist demnach ein Schaden von insgesamt rund 130.000 Euro entstanden.

Die Ermittlungen seien im Februar 2011 in Gang gekommen, "nachdem ein Mediziner Hinweise auf die Abrechnungspraxis seines Berufskollegen gegeben hatte", heißt es weiter. Nachdem sich der Tatverdacht erhärtete, habe im Oktober 2012 eine Hausdurchsuchung in den Praxisräumen des Internisten stattgefunden. (cw)

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