Ärzte Zeitung online, 25.08.2017

Kopfschmerz

Werbung darf nicht zuviel versprechen

MÜNCHEN. Die Werbeaussage für ein homöopathisches Mittel "wirkt effektiv gegen Kopfschmerzen" führt den Verbraucher in die Irre und ist nach dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) verboten. Für eine Irreführung des Verbrauchers ist es nicht erforderlich, dass ausdrücklich ein sicherer Therapieerfolg versprochen wird. Vielmehr reicht bereits aus, dass solch ein Eindruck fälschlich hervorgerufen wird, entschied das Oberlandesgericht München in einem kürzlich veröffentlichten Urteil. Gleiches gelte für die Werbeaussage "bekämpft Kopfschmerzen zuverlässig".

Im konkreten Fall hatte ein Berufsverband den Hersteller auf Unterlassung seiner Werbung für ein homöopathisches Mittel verklagt. Die Werbeversprechen seien nicht haltbar und würden den Verbraucher irreführen. Das HWG verbiete eine Werbung, mit der fälschlich der Eindruck erweckt werde, ein Therapieerfolg könne mit Sicherheit erwartet werden. Das OLG bestätigte den Unterlassungsanspruch. Mit der Aussage "wirkt effektiv gegen Kopfschmerzen" erlange ein erheblicher Teil der angesprochenen Durchschnittsverbraucher eben diesen Eindruck gesicherter Wirkung. Auch die Aussage "bekämpft Kopfschmerzen zuverlässig", suggeriere, dass "der Kampf zuverlässig gewonnen wird" und der Patient seine Schmerzen völlig in den Griff bekommt, so das OLG. Da dieses Versprechen nicht eingehalten wird, werde der Verbraucher in die Irre geführt.

Oberlandesgericht München

Az.: 29 U 4641/16

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »