Ärzte Zeitung online, 03.11.2017

Erektile Dysfunktion

Tadalafil-Nachahmer für alle Dosen möglich

Das Bundespatentgericht hat ein Patent auf eine Niedrigdosierung des Potenzmittels Tadalafil für ungültig erklärt.

MÜNCHEN. Das Patent für das Potenzmittel Cialis® in niedriger Dosierung ist ungültig. Jedenfalls für Deutschland hat das Bundespatentgericht das europäische Patent für nichtig erklärt, wie das Gericht kürzlich mitteilte. Die Begründung liegt allerdings noch nicht vor.

Das Molekül-Patent des US-Pharmaherstellers Lilly für Cialis und den PDE5-Hemmer Tadalafil läuft Mitte November in Deutschland aus. Als Konsequenz des Münchener Urteils können danach Generika mit Tadalafil in allen Wirkstoff-Dosen (5 mg, 10 mg, 20 mg) auf den Markt kommen.

Tadalafil eignet sich in niedriger Dosierung auch zur Dauerbehandlung, was spontanen Sex erleichtert. Für die Dosierung fünf Milligramm, die auch zur Behandlung einer gutartigen Vergrößerung der Prostata zugelassen ist, hatte sich Lilly daher bereits im Jahr 2000 ein gesondertes Patent eintragen lassen, das noch bis Frühjahr 2020 Bestand hätte haben sollen.

Die Generikahersteller Hexal und Ratiopharm hatten dieses auf die Dosierung bezogene Patent angefochten. Das Bundespatentgericht gab ihnen nun mit Urteil vom 24. Oktober recht. Gründe hierfür nennt das Gericht in einer ersten Mitteilung nicht. Die schriftlichen Urteilsgründe werden erst in einigen Monaten veröffentlicht. Lilly will danach prüfen, ob es Rechtsmittel zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegt, erklärte auf Anfrage eine Sprecherin von Lilly Deutschland. (mwo)

Bundespatentgericht Az.: 3 Ni 22/15 (EP)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Depressionsrisiken. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »