Ärzte Zeitung, 01.09.2014
 

Verordnung

Dosierung künftig immer aufs Rezept

Die geplante Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung sieht auch neue Pflichtangaben auf Rezepten vor.

BERLIN. Was viele Ärzte heute schon auf dem Rezept vermerken, wird in Zukunft verpflichtend sein: nämlich eine Telefonnummer zur Kontaktaufnahme und die Dosierung der verordneten Arzneimittel. Das sieht ein Verordnungsentwurf zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung vor, den das Bundesgesundheitsministerium kürzlich interessierten Kreisen zur Stellungnahme zugeleitet hat.

Ärzte müssen sich also darauf einstellen, diese Angaben künftig regelhaft zu machen, ansonsten drohen unnötige Rückfragen der ortsansässigen Apotheker. Im Verordnungsentwurf heißt es, die Dosisangaben auf dem Rezept könnten dann entfallen, wenn dem Patienten ein schriftlicher Medikationsplan vorliegt.

Weitere geplante Änderungen der Arzneimittelverschreibungsverordnung betreffen unter anderem T-Rezepte (für Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid), deren Durchschriften künftig wöchentlich und nicht mehr quartalsweise dem BfArM zu übermitteln sind.

Zudem stehen Änderungen in Sachen Verschreibungspflicht an. So sollen die Wirkstoffe Chinin und Carbetocin wieder in sämtlichen Human-Anwendungen verschreibungspflichtig werden. Dagegen sollen der Protonenpumpenhemmer Esomeprazol sowie das Antihistaminikum Ketotifen in bestimmten Dosierungen und Packungsgrößen aus der Verschreibungspflicht entlassen werden.

Der Ibuprofen-Abkömmling Flurbiprofen soll als Lutschtablette zur Anwendung gegen Halsschmerzen künftig gleichfalls ohne Rezeptvorlage in den Apotheken zu bekommen sein. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »