Ärzte Zeitung, 30.03.2015

Aut-idem-Verbote

Möglichst mit Produktnamen verodnen

Die Substitutionsausschlussliste ist in den Praxen offenbar noch immer nicht richtig angekommen.

BERLIN. Seit Dezember vergangenen Jahres gilt die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) erstellte Liste mit Wirkstoffen, die in der Apotheke nicht substituiert werden dürfen.

Deshalb sollen diese Wirkstoffe möglichst immer unter ihrem Handelsnamen verordnet werden.

Darauf weist aktuell erneut die KBV hin. Bei Verordnung unter Wirkstoffnamen muss ansonsten auch der Hersteller mit aufs Rezept. Zudem habe der GBA jetzt klargestellt, "dass die Substitutionsausschlussliste nicht für preisgünstigere importierte Arzneimittel gilt", heißt es.

 Entsprechend der Rahmenverträge zwischen den Kassen und Apothekern sei der Austausch eines verordneten Produktes gegen einen Re-Import desselben weiterhin zulässig.

Auch sollten Ärzte bei der Verordnung eines Arzneimittels aus der Substitutionsausschlussliste darauf achten, welches Produkt ein Patient bislang tatsächlich in der Apotheke erhalten hat, etwa weil seine Kasse dafür einen Rabattvertrag geschlossen hat.

Es könne sinnvoll sein, "dieses Präparat weiterhin zu verordnen, wenn der Patient damit stabil eingestellt ist".

Wichtig bei der Verordnung konkreter Produkte ist allerdings auch deren Verfügbarkeit im Markt. Über produktbezogene Lieferprobleme können sich Ärzte auf der Website der Zulassungsbehörde BfArM (www.bfarm.de) informieren.

Unter dem Menüpunkt "Arzneimittel", Unterpunkt "Arzneimittelinformationen"/ "Lieferengpässe", findet sich dort eine Tabelle, die regelmäßig auf Stand gebracht wird. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »