Ärzte Zeitung, 13.10.2015

World Health Summit

Start-up überzeugt mit Arzneidatenbank

70 Start-ups aus aller Welt buhlten beim World Health Summit in Berlin um den ersten Start-up Track. Gewonnen hat der ghanaische Anbieter mHealth mit seiner Medikamentendatenbank.

BERLIN. Für die Gesundheitsversorgung der Zukunft gibt es vielfältige Ideen und Ansätze. So könnten Medikamentendatenbanken zum Beispiel in weniger entwickelten Ländern anzeigen, wo welche Arznei verfügbar ist.

Das ghanaische Unternehmen mPharma, das eine panafrikanische Lösung einer solchen Arzneidatenbank betreibt, ist nun beim World Health Summit (WHS) in Berlin als Sieger aus dem WHS Start-up Track hervorgegangen.

Für seine Medikamentendatenbank sammelt mPharma nach eigenen Angaben in Echtzeit Marktdaten über Verschreibungstrends, Arzneimittelnebenwirkungen und -verbrauch sowie Krankheitsausbrüche. Diese Daten sollen pharmazeutischen Herstellern sowie Regierungen in Afrika als Grundlage für ihr Handeln dienen.

Auf der Versorgungsebene halte das Unternehmen für registrierte App-Nutzer, wie Ärzte, Patienten und Apotheken oder andere Medikamentenabgabestellen relevante Daten vor.

So könnten Ärzte je nach Indikation online vor Ort beim Krankenbesuch oder in der Praxis Kontraindikationen von Arzneien checken sowie deren aktueller Verfügbarkeitsort eruieren.

Nach eigenem Verständnis ermöglicht es die Plattform mPharma Ministerien afrikanischer Staaten, die Herausforderungen der Öffentlichen Gesundheit zu meistern - und den Zugang zur Versorgung zu verbessern.

70-Start-ups aus 17 Ländern haben teilgenommen

Wie der WHS betont, erhalte der Sieger des Wettbewerbs Start-up Track "exklusive Kontakte zu führenden internationalen Akteuren in seinem Bereich und Zugang zum globalen Netzwerk des World Health Summit".

Insgesamt 70 Start-ups aus 17 Ländern haben sich laut WHS am Start-up Track beteiligt. Zu den zehn Finalisten, die ihre Geschäftsidee am Montag der Jury im Fünf-Minuten-Takt präsentieren durften, zählten auch vier Start-ups aus Deutschland.

Mediteo warb mit seinem Konzept einer kostenlosen App, die Patienten bei der Medikamenteneinnahme sowie der Einhaltung des persönlichen Therapieplans unterstützen will.

Das Start-up Sonormed hat mit seiner Lösung Tinnitracks dem Tinnitus auf medizintechnischer Ebene den Kampf angesagt - und eine Technik entwickelt, die hyperaktive Zellen im Hörzentrum ausbremst. Tinnitracks wurde eines der 100 Siegerprojekte des diesjährigen Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen".

Das Start-up Viomedo will Patienten, die Interesse an einer Studienteilnahme haben, mit dem passenden Studienzentrum in Verbindung bringen. Das Unternehmen VivoSensMedical ging mit seinem Biosensor OvulaRing zur Zyklusdiagnostik ins Rennen. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »