Ärzte Zeitung online, 22.10.2015

GBA-Chef

Apotheker sollen ins Gremium!

GBA-Chef Professor Josef Hecken findet, dass Apotheker nicht nur bei der Arzneimitteltherapiesicherheit eine wichtige Rolle spielen. Darum sollten sie künftig im Ausschuss vertreten sein.

DÜSSELDORF. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) Professor Josef Hecken würde eine Aufnahme der Apotheker in das zentrale Entscheidungsgremium für sinnvoll halten.

"Ich glaube, dass die Apotheker einen zunehmend wichtiger werdenden Part im Gesundheitswesen übernehmen", sagte er bei der Veranstaltung "Düsseldorf IN - Ärzte im Gespräch" der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und Signa Property Funds Deutschland.

Gesetzgeber muss Zusammensetzung ändern

Die Tatsache, dass diese Berufsgruppe zurzeit nicht im GBA vertreten ist, sei historisch bedingt. Ändern könne die Zusammensetzung des Gremiums nur der Gesetzgeber.

Der Bereich der Arzneimitteltherapie-Sicherheit (AMTS) ist für Hecken ein Beleg für die Bedeutung der Apotheker. Immerhin seien 30 Prozent der Behandlungsfälle auf internistischen Klinikstationen und 40 Prozent der Stürze auf unerwünschte Arzneimittel-Interaktionen zurückzuführen.

"Für mich ist hier die zentrale Frage: Wie kann man dieses Problem vermeiden?" Mögliche Einsparungen spielen bei der AMTS für ihn nur eine untergeordnete Rolle, entscheidend seien die Verbesserungen für die Patienten.

Hecken will den Beitrag der Pharmazeuten nicht auf das Zusammenspiel mit Ärzten bei der AMTS beschränkt wissen. "Es gibt eine eigenständige und wichtige Rolle des Apothekers jenseits der partiellen Zusammenarbeit mit Ärzten." (iss)

[23.10.2015, 07:34:56]
PD Dr. Hans-Robert Böhme 
Politische Pharmakologie
Sehr geehrte Herrschaften,

reine Berichterstattung ohne sachkundige Wägung ist nicht hilfreich.
Pharmazeuten sind Apotheker und keine Ärzte, schon gar keine Klinischen Pharmakologen. Sie sind die Fachleute für die extra(!)biologischen Aspekte der Arzneimittelanwendung. Als solche hätten sie genug damit zu tun, unkundigen Professoren die pharmakokinetischen Dümmlichkeiten eines AMNOG zu erklären. Dabei spielen sie eine eher unrühmliche Rolle.
s. www.drboehmeklipha.com
s. auch Ihre Meldung zur Grippeimpfung in der gleichen Ausgabe.
Mit vorzüglicher Hochachtung
PD Dr.med.habil. Böhme zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »