Ärzte Zeitung online, 01.07.2016

Arzneimittelhersteller

Vermehrt Zuzahlungen für Patienten

Seit 1. Juli müssen Patienten bei mehr Arzneimittel zuzahlen und aufzahlen als bislang. Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller berichtet: Kassen sparen auf Kosten der Patienten.

BERLIN. Seit 1. Juli müssen GKV-Patienten für viele Arzneimittel tiefer in die Tasche greifen. Ursächlich dafür ist eine Absenkung der Festbeträge durch den GKV-Spitzenverband.

Diese betrifft insgesamt elf Gruppen, darunter auch Indikationen wie Asthma und COPD.

Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) ist dadurch die Zahl der von der Zuzahlung befreiten Arzneimittel zum 1. Juli um rund 40 Prozent zurückgegangen.

Damit seien nur noch etwa 330 Präparate zuzahlungsbefreit. Zuvor hatte die Zahl bei rund 560 Präparaten gelegen.

Die gesetzliche Regelung besagt, dass (meist generische) Arzneimittel, deren Preis um 30 Prozent unter dem Festbetrag liegen, vom GKV-Spitzenverband dann von der Zuzahlung befreit werden können, wenn durch Nutzung der preiswertesten Arzneien Einsparungen für die Kassen erzielt werden können. Die Hersteller sollen damit zu Preissenkungen bewogen werden.

Die Absenkung der Festbeträge hat zwei Effekte zu Lasten der Patienten: Erstens müssen wieder Zuzahlungen von zehn Prozent des Preises, mindestens jedoch fünf Euro geleistet werden.

Zweitens kann die Absenkung des Festbetrags dazu führen, dass der Preis höher ist als der Festbetrag, den die Kassen erstatten.

Diese Aufzahlung muss der Patient dann zusätzlich zahlen - ohne dass es dafür eine Belastungsgrenze gibt. (HL)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »