Ärzte Zeitung, 30.09.2016

Medikationsplan

Oft Sonder-Update der EDV erforderlich

NEU-ISENBURG. Die späte Einigung zwischen den Vertragspartnern über die Honorierung des Medikationsplans führt bei den Updates der Softwarehäuser nach den Problemen bei den Heimversorgungsziffern im Juli auch in diesem Quartal zu Komplikationen.

Um auch die neuen Leistungen schon in die Software integrieren zu können, liefern einige Softwarehersteller ihre Quartals-Updates später als gewöhnlich aus. Das hat die "Ärzte Zeitung" auf Anfrage erfahren.

Andere Softwarehäuser haben Sonder-Updates für die neuen EBM-Positionen angekündigt. In der Regel sollten die Inhalte rechtzeitig online bereit stehen. In manchen Programmen können Ärzte aber neue Leistungen auch selbst anlegen und dann auch regelgerecht abrechnen.

Die Informationen über die Struktur des Plans sind rechtzeitig an die Softwarehäuser gegangen, sodass diese Inhalte umgesetzt und in den Regel-Updates ausgeliefert worden sein sollten.

Die Softwarehäuser fahren bei der Umsetzung der Neuerung unterschiedliche Strategien: Aus der Branche verlautet, dass der Aufwand zur Umsetzung des Medikationsplans erheblich gewesen sei.

Manche Softwarehäuser sehen diesen Aufwand mit der Softwarewartungsgebühr als abgegolten an. Andere haben Komfort-Versionen entwickelt, die meist für einen niedrigen dreistelligen Betrag angeboten werden.

Angesichts der niedrigen Honorierung könnte die Versuchung aber groß sein, die bereits vorhandenen und häufig ausgereiften Lösungen für Medikationspläne einfach weiter zu nutzen. Von der Idee des bundesweit einheitlichen und interoperablen Medikationsplans wäre in dem Fall allerdings nicht mehr viel übrig. (ger)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »