Ärzte Zeitung online, 02.03.2017

Apotheken

BKK-Dachverband macht sich für Rx-Versandhandel stark

BERLIN.Mit scharfen Worten bringt sich der BKK-Dachverband in die Diskussion um das Rx-Versandhandelsverbot ein. Gerade chronisch Kranke, "oft multimorbid und nicht mobil", seien auf den Rx-Versandhandel angewiesen. Dies lasse sich auch per Ministerdekret nicht zurückdrehen – schon gar nicht in ländlichen Gebieten, relativ weit entfernt von der nächsten Apotheke. Der Verband weist auf die Anforderungen an eine qualifizierte Beratung hin, die auch für Hotlines von Versandhändlern gelte. Harsch kritisiert BKK-Dachverbandschef Franz Knieps die "Drohkulisse Apothekensterben". Nur 1,73 Prozent der BKK-Arzneiausgaben entfielen auf Versandapotheken. In der gesamten GKV seien es 0,95 Prozent. "Eine Gefährdung der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung mit Arzneimitteln zu beschwören ist bei diesen marginalen Größenordnungen geradezu absurd", mokiert er sich. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[02.03.2017, 06:46:17]
Rainer Michael Stiebing 
statistische Luftnummer
Da der Rx-Versandhandel nur in einem engen Rahmen zulässig ist, sind die von Herrn Knieps genannten Zahlen eine statistische Luftnummer. Es müsste auch ihm bekannt sein, dass der Handel über das Internet dazu geführt hat, dass viele Einzelhändler aufgeben mussten, da ihnen die Kundschaft wegbrach. Natürlich würde sich die Transport- und Verpackungsbranche über einen zunehmenden Internetversand freuen. Auch das Argument, dass viele auf einen Versand angewiesen seien, zieht nur bedingt, da die meisten Apotheken einen Bringedienst am selben Tag vorhalten und die Medikamente nicht erst am nächsten Tag per Paketdienst kommen.
Die Beratung des (Fach-!)Apothekers vor Ort wird jeder schätzen, der schon einmal versucht hat, eine kompetente Beratung über eine hotline zu erlangen (Stichwort: call center, Wartezeit am Telefon).


 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »