Ärzte Zeitung online, 16.03.2017

Rx-Versand

BKK-Verband bringt Höchstpreise, Beratungshonorar und Solidar-Fonds ins Gespräch

BERLIN. Vor der Fachanhörung zum geplanten Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln positionieren sich die gesetzlichen Krankenkassen als Verteidiger dieses Vertriebswegs. Der AOK-Bundesverband bezeichnet das Verbotsvorhaben als unzeitgemäß. Es sei ohnehin fraglich, ob "nach zwölf Jahren gelebtem Versandhandel" einer Rücknahme dieses Geschäftsmodells europarechtlich überhaupt Erfolgsaussichten einzuräumen seien. Auch der GKV-Spitzenverband hat sich bereits gegen den Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium ausgesprochen.

Der BKK-Dachverband will den Vertriebsweg insbesondere für chronisch Kranke, die in ländlichen Regionen leben, erhalten wissen. Die Darstellung aus Verbandskreisen der Apothekerschaft, wonach Versandapotheken die wohnortnahe Versorgung in dünner besiedelten Gebieten gefährdeten, entbehre "jeder Grundlage". Um gleiche Wettbewerbsbedingungen für in- und ausländische Versender sowie Ladenapotheken zu schaffen, sollte ein Höchstpreismodell für verschreibungspflichtige Produkte eingeführt werden. Das Apothekenhonorar sollte "nicht mehr nur von der Zahl der abgegebenen Packungen abhängig sein, sondern Beratungs- und Serviceleistungen besser berücksichtigen". Darüber hinaus wäre zur Sicherung einer flächendeckenden Apothekendichte "die Errichtung eines durch die Apotheken selbst finanzierten Sicherstellungsfonds denkbar". (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »