Ärzte Zeitung online, 05.04.2017
 

Digitalisierung

Apotheker stricken an der digitalen Offizin

Kunden suchen offenbar immer öfter online Kontakt zur Apotheke. Für fast zwei Drittel der Branche hat daher in Sachen Geschäftsentwicklung auch der Ausbau digitaler Angebote Priorität.

Von Christoph Winnat

Apotheker strickenan der digitalen Offizin

Persönlich oder am PC? Auch Apotheker denken zunehmend darüber nach, wie sie die Kontaktschiene Internet nutzen sollten.

© wildworx / Fotolia.com

KÖLN. Viel ist derzeit von der Digitalisierung in der Arztpraxis die Rede. Doch wie steht es um benachbarte Gesundheitsberufe, etwa die Apotheker? Laut jüngster Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung (IfH) wollen die Offizininhaber ihre digitalen Angebote forcieren. "In sechs von zehn Apotheken hat der Ausbau digitaler Services in den kommenden Jahren einen hohen Stellenwert", heißt es. Und sogar 83 Prozent der 216 Apotheker, die an der Befragung teilnahmen, konzedierten, "dass es auch für ihre Apotheke zunehmend wichtiger wird, sich dem digitalen Wandel anzuschließen".

Ganz oben auf der To-Do-Liste steht der Online-Zugang für die Mitarbeiter, der Webauftritt der eigenen Apotheke sowie die online-basierte Medikamenten-Bestellung:

- Dass Mitarbeiter im Backoffice einen Onlinezugang haben, halten 86 Prozent der Befragten für mittlerweile unverzichtbar.

- 76 Prozent meinen, auch ein Internetzugang am sogenannten HV-Tisch, dem Verkaufstresen in der Offizin, sei heute selbstverständlich.

- 72 Prozent der Befragten gaben an, in Sachen Digitalisierung der eigenen Apotheken-Website besondere Bedeutung zuzumessen,

- und knapp 61 Prozent halten eine Online-Funktion, um Medikamente vorzubestellen, für wichtig. Insbesondere an dieser Stelle lässt sich also bei immerhin der Mehrheit der Apothekeninhaber eine gewisse Sensibilität auch für Zukunftsthemen wie etwa das elektronische Rezept erkennen. Bei einer vergleichbaren Erhebung vor zwei Jahren, so das IfH, hätten erst 44 Prozent der Befragten "Click & Collect" – wie die Online-Bestellung im Einzelhandelsjargon heißt – als "ein Must-have" klassifiziert. Generell habe nahezu jeder zweite Apotheker schon die Erfahrung gemacht, "dass Kunden immer häufiger das Internet nutzen, um mit ihnen in Kontakt zu treten". Vor zwei Jahren hätten diese Antwortvorgabe erst 35 Prozent der Befragten bestätigt.

Dagegen erachten die Apotheker eine eigene App, einen Online-Shop oder auch die Präsenz in sozialen Medien nach wie vor eher für unnötig. Auch einem Kunden-Newsletter per E-Mail oder einer elektronischen Preisauszeichnung in der Freiwahl wird keinerlei Priorität eingeräumt.

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