Ärzte Zeitung online, 01.12.2017
 

Palliativversorgung

Häusliche Krankenpflege erweitert

BERLIN. Neues zur Palliativversorgung: Vertragsärzte können im Rahmen häuslicher Krankenpflege ab sofort auch Symptomkontrollen bei Palliativpatienten verordnen. Und: Die KBV hat ein Qualitätszirkel-Modul zum Thema ambulante Palliativversorgung veröffentlicht.

Im März hatte der GBA die Verordnung von Symptomkontrollen im Rahmen häuslicher Krankenpflege beschlossen. Nach Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium und Nacharbeiten des GBA ist der Beschluss am 25. November in Kraft getreten. Die Leistungsbeschreibung findet sich in der Richtlinie über die Verordnung häuslicher Krankenpflege unter dem neu aufgenommenen Punkt 24a. Demnach ist eine Symptomkontrolle insbesondere angezeigt "bei Schmerzsymptomatik, Übelkeit, Erbrechen, pulmonalen oder kardialen Symptomen, Obstipation". Außerdem beinhaltet die Leistungsbeschreibung Wundkontrolle und -behandlung bei exulzerierenden Wunden sowie Krisenintervention, z.B. bei Krampfanfällen, Blutungen und akuten Angstzuständen. Erst- und Folgeverordnung gelten jeweils für 14 Tage. "Die Häufigkeit der Maßnahme richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Das heißt, es gibt keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der täglichen Pflegeeinsätze", erläutert dazu die KBV.

Die hat nun auch ein Qualitätszirkel-Modul "Ambulante Palliativversorgung" veröffentlicht. Das 52-seitige Papier kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden (http://bit.ly/2Akp3rp). "Das Themen-Modul vermittelt Hintergrundwissen zu den Aufgaben und Strukturen der Palliativversorgung", schreibt die KBV und richte sich "an alle Ärzte, die Patienten am Ende ihres Lebens betreuen – insbesondere an Hausärzte –, aber auch an andere Professionen, die an der Versorgung dieser Patienten beteiligt sind". (cw)

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