Ärzte Zeitung online, 22.12.2017

Ihre Meinung ist gefragt

Mehr Arzneien ohne Rezept?

Wären Sie dafür oder dagegen, dass weitere Arzneimittel aus der Verschreibungspflicht genommen werden? Machen Sie mit bei unserer Leserumfrage im Internet!

Mehr Arzneien ohne Rezept?

Heute ist bereits mehr als jede zweite in Apotheken abgegebene Arzneimittelpackung rezeptfrei.

© Kwangmoozaa / Getty Images / iStock

BONN/NEU-ISENBURG. Nach den Meldungen aus Großbritannien, dass der PDE-5-Hemmer Sildenafil dort aus der Verschreibungspflicht genommen wird, ist das Thema "OTC-Switch" wieder verstärkt in den Blick von Ärzten und Apothekern geraten. Immer wieder sind in den vergangenen Jahren Arzneimittel aus der Verschreibungspflicht in die Apothekenpflicht genommen worden (OTC-Switch). Seit Ende der 1980er-Jahre ist zum Beispiel auch Ibuprofen (in bestimmten Wirkstärken) in Apotheken rezeptfrei erhältlich und damit für die Selbstmedikation zugänglich. Arzneimittel mit den Wirkstoffen Omeprazol und Pantoprazol sind seit 2009 ohne ärztliche Verordnung erhältlich.

Heute ist mehr als jede zweite in Apotheken abgegebene Arzneimittelpackung rezeptfrei – überwiegend im Rahmen einer apothekengestützten Selbstmedikation. Gesundheitsökonomen und Fachkreise diskutieren die Entlassung weiterer Wirkstoffe aus der Verschreibungspflicht, um so Patienten einen schnellen und niedrigschwelligen Zugang zu einer Versorgung mit Arzneimitteln zu ermöglichen.

Ärzte können in ihrer Praxis durch solche OTC-Switches profitieren. Sie werden von Patientenkontakten wegen leichter vorübergehender Beschwerden entlastet und gewinnen dadurch mehr Zeit für die Behandlung von Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen. Im Gegenzug könnte aber die Bedeutung der Apotheker als Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen wachsen, Ärzte könnten demgegenüber ins Hintertreffen geraten.

Wie bewerten Sie die Chancen und Risiken weiterer OTC-Switches für Ihren Arbeitsalltag und für die Versorgung Ihrer Patienten? Sind Apotheker dazu in der Lage und nehmen sie sich die Zeit dafür, Patienten bei komplexeren Arzneimitteln adäquat zu beraten? Welche langfristigen Wirkungen auf die Wahrnehmung der ärztlichen Kompetenz hätte es, wenn immer mehr Arzneimittel ohne Kassenrezept zugänglich sind? Welche Wirkstoffe halten Sie tatsächlich für geeignet, dass sie aus der Rezeptpflicht genommen werden? Sehen Sie Unterschiede zwischen Arzneimitteln für Patienten mit chronischen und solchen mit akuten Erkrankungen? Ihre Meinung zu diesem kontroversen Thema interessiert uns. Machen Sie mit bei unserer Leserumfrage, die von "Ärzte Zeitung" und Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) umgesetzt wird. (ger)

Zum Fragebogenwww.aerztezeitung.de/OTC-switch

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