Ärzte Zeitung online, 25.10.2018

Arzneiverordnungen der KV RLP

Kein "aut idem" bei Substitutionsausschluss

MAINZ. Um sicherzugehen, dass ein Arzneimittel nicht substituiert wird, kreuzen Ärzte auf dem Rezept "aut idem" an. Unter Umständen ist das aber nicht sinnvoll. In der Arzneimittelvereinbarung der KV Rheinland-Pfalz wurde zum Beispiel die Einhaltung einer maximalen Aut-idem-Quote für die Fachgruppen aufgenommen.

Bei einer Überprüfung hat die KV RLP festgestellt: Viele Ärzte machen unnötige Aut-idem-Kreuze zum Beispiel bei der Rezeptierung von Schilddrüsenhormonen oder Marcumar. Ärzte sollten überprüfen, ob die verordneten Medikamente auf der Substitutionsausschlussliste stehen, so die KV RLP. Falls ja, belasteten die Ärzte mit ihrem Aut-idem"-Kreuz unnötig ihre Zielquote. (ato)

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[25.10.2018, 10:20:52]
Christine Drechsel 
Unsinnige Quote sorgt für Mehrbelastung
Man muss sich ja schon Fragen ob eine Aut-idem-Quote per se Sinn macht. Wenn jetzt die Ärzte bei sinnvollem Substitutionsausschluss zusätzlich noch vor jeder Verordnung prüfen sollen, ob dies durch die Substitutionsliste evtl. überflüssig ware, wird ein weiterer unnötiger Verwaltungsakt auf den sowieso schon belasteten Schultern der Ärzte abgeladen. Bei den heutigen technischen Möglichkeiten der Überwachung des ärztlichen Verordnungsverhaltens wird es sicherlich möglich sein "unnötige" Aut-idem -Kreuze vor Ermittlung der "Quote" gegenzurechnen. zum Beitrag »
[25.10.2018, 10:01:45]
Dr.med. Henning Fischer 
Ulla Schmidts aut-idem

ist

- ein bürokratischer Overkill

- eine der größten Gefahren für die Patienten

und gehört abgeschafft!

p.s.: wir brauchen heute mehr Zeit für aut-idem und Substitution als für den medizinischen Part einer Verordnung, dürfen noch die höheren Kosten für riesige Datenbanken tragen. Jeder praktizierende Arzt kennt Patienten, die durch das aut-idem-Wirrwarr zu Schaden gekommen sind. Das interessiert die Politik nicht. Sparen, sparen, sparen, bis zum bitteren (schon sichtbaren) Ende ist die Devise.
 zum Beitrag »
[25.10.2018, 09:17:47]
Dr. Christof Rheinert 
Problem Sicherheit und Compliance
Gerade das im ersten Satz des Artikels angeführte Marcumar als Beispiel für "unnötige" aut-idem-Kennzeichnungen ist ein Paradebeispiel für einen absolut sinnvollen Substitutionsausschluß, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden! (Chirurg fragt Patient: Nehmen Sie Marcumar? - Nein (da er/sie ja "Phenpro a-bis-z" nimmt) - ok, dann können wir gleich schneiden!) - sicherlich spielt dies bei anderen Stoffen wie Valsartan eine geringere Rolle, die kommen sowieso alle aus der gleichen chinesischen Giftfabrik zum Beitrag »

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