Ärzte Zeitung online, 08.11.2018

ABDA diskutiert „Plan B“

Statt Impfen in der Apotheke nun Folgerezepte für Chroniker?

BERLIN. Gibt der Apothekerdachverband ABDA die Forderung nach einem Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf? Ein Bericht des Nachrichtenportals „apotheke adhoc“ legt das nahe.

„Weitgehend geschlossen“, heißt es, hätte am Mittwoch der ABDA-Gesamtvorstand „Abschied von der Forderung nach einem Rx-Versandverbot genommen“.

Auch auf „Impfen in der Apotheke“ werde verzichtet. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte beim Apothekertag Mitte Oktober dazu aufgefordert, über Alternativen zum Rx-Versandverbot nachzudenken und zugleich die Bereitschaft signalisiert, der Branche neue Leistungen zu erlauben, etwa zu Impfen.

Das in der Szene als „Plan B“ titulierte Alternativenpaket zum Versandverbot umfasst dem Bericht zufolge 350 Millionen Euro zusätzliches Honorar, das über einen Strukturfonds an inländische Apotheken ausgekehrt werden soll.

Erfüllt werde den Apothekern zudem der lang gehegte Wunsch, mit Kassen Dienstleistungsverträge abschließen zu dürfen. Auch werde darüber nachgedacht, Apotheker Folgerezepte für Chroniker ausstellen zu lassen.

ABDA-Sprecher Reiner Kern wollte den Bericht weder rundheraus bestätigen noch dementieren. Grundsätzlich halte man „am Ziel einheitlicher Rx-Abgabepreise fest“.

Dafür wäre das Versandverbot „ein probates Mittel“. Während der laufenden Gespräche in den Gremien und mit dem Ministerium habe man Vertraulichkeit vereinbart. Im Übrigen, so Kern, stehe in dem Artikel „viel Unrichtiges“. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Beachtung für die Diastole!

Dem diastolischen Blutdruck wird weniger Bedeutung geschenkt als dem systolischen. Dabei sind diastolische Werte ein unabhängiger Risikofaktor für Infarkt und Schlaganfall. mehr »

Ebola-Helfer fordern rasche Unterstützung

Noch immer klappt es nicht, den Ebola-Ausbruch im Kongo unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt hat die WHO einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hilfsorganisationen fordern weitere Impfstoffe und finanzielle Hilfe. mehr »

Drei Gesetze auf einen Streich

Gesundheitsminister Spahn in Höchstform: Dem Bundeskabinett präsentiert er drei ambitionierte Reformpläne – und die werden abgenickt. Nach der Sommerpause berät der Bundestag darüber. Es dürfte turbulent werden. mehr »