Ärzte Zeitung, 28.07.2009

Kommentar

Patienten als Verbündete

Von Hauke Gerlof

Die vorgeblichen Interessen der Patienten werden in der gesundheitspolitischen Diskussion dieser Tage gerne ins Feld geführt, um die eigene Meinung zu stützen. So forderte Verbraucherschützer Stefan Etgeton Patienten auf, Ärzte anzuzeigen, die eine Behandlung unter Hinweis auf ihr ausgeschöpftes RLV ablehnen.

Kassenvertreter und Politiker suggerieren daher oft und gerne, dass eigentlich alle notwendigen Leistungen durch die GKV abgedeckt seien, dass Ärzte ihren Patienten letztlich Leistungen vorenthalten, die ihnen zustehen.

Jenseits solcher politischer Nebelkerzen wird oft übersehen, dass Ärzte und Patienten ähnliche Interessen haben. Beide leiden unter dem Rationierungsdruck letztlich in gleicher Weise. "Der Arzt ist Anwalt des Patienten und übernimmt die Funktion des Koordinators im Gesundheitswesen", haben Patientenvertreter vor kurzem in Sachsen gesagt - und sie haben Recht damit.

Wer Patienten durch aktive Aufklärung über gesundheitspolitische Restriktionen in der Praxis auf seine Seite zieht und ihnen hilft, mit Kassen zu verhandeln, gewinnt wichtige Verbündete. Im hektischen Praxisalltag ist das sicher nicht ganz leicht umsetzbar. Aber die Mühe könnte sich lohnen.

Lesen Sie dazu auch:
Patienten wünschen sich einen Lotsen
Qualitäts-Boni: AOK Plus begrüßt KBV-Vorstoß

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »