Ärzte Zeitung online, 12.09.2013
 

Umfrage

"Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Patienten?"

Ungewöhnliche Umfrage: Das Düsseldorfer Beratungsinstitut IFABS will Ärzte und ihre Mitarbeiterinnen dazu befragen, was aus ihrer Sicht einen "guten" Patienten ausmacht.

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Umfrage zum Arzt-Patienten-Verhältnis einmal umgekehrt: Das Institut für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) möchte von niedergelassenen Ärzten und ihren Mitarbeiterinnen wissen, wie zufrieden sie mit ihren Patienten sind.

Die Strukturen in den Praxen und das Praxismanagement hängen nicht einseitig vom Praxisteam ab, sondern auch das Verhalten der Patienten habe Auswirkungen auf die Abläufe, sagt IFABS-Leiter Klaus-Dieter Thill.

Patienten beeinflussen den Dienstleistungsprozess

"Auch die Patienten können den Dienstleistungsprozess positiv oder negativ beeinflussen." So sind die einen Patienten pünktlich, die anderen kommen zu spät.

Das IFABS will die Ärzte und ihre Mitarbeiterinnen dazu befragen, was aus ihrer Sicht einen "guten" Patienten ausmacht, der mit seinem Auftreten und seinem Verhalten mit dazu beiträgt, dass seine medizinischen Anforderungen an eine Arztpraxis nicht nur sachgerecht erkannt, sondern auch möglichst optimal erfüllt werden können, erläutert Thill.

Untersucht werden Punkte wie Termintreue, Anspruchshaltung, Umgangsformen oder die Einhaltung von Therapieempfehlungen.

Umfrage soll Prioritäten in Praxisteams zeigen

"Es geht uns nicht um Patienten-Bashing, sondern darum, einmal die Sichtweise der Praxisteams zu ermitteln", betont der IFABS-Leiter. Er hofft, dass sich rund 1000 Ärzte an der Fragebogen-Aktion beteiligen. "Dann kann man erkennen, wo die Schwerpunkte liegen."

Thill selbst erwartet die Ergebnisse der Befragung, die Ende des Jahres vorliegen sollen, mit Spannung. "Das ist auch für mich ein neuer Blickwinkel."

Den Anstoß für diese Befragung gab übrigens ein Arzt. "Er hat mir anlässlich einer Patientenzufriedenheitsbefragung gesagt: Es wäre schön, wenn wir Ärzte auch einmal zu Wort kämen."

Ärzte, die sich für eine Teilnahme interessieren, können eine Mail an post@ifabs.de senden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »