Ärzte Zeitung online, 23.10.2017

Arztbewertungsportale

Etappensieg gegen gekaufte Patientenvoten

Ein Bewertungsportal obsiegt in einem Prozess gegen einen kommerziellen Anbieter von Patientenvoten.

MÜNCHEN. Kommerzielle Anbieter unlauterer Arztbewertungen im Internet sind der Branche ein Dorn im Auge. Nun hat der Münchener Anbieter Jameda, nach eigenen Angaben Deutschlands größte Arztempfehlung und Marktführer für Online-Arzttermine, vor dem Landgericht München einen Erfolg gegen die Five Star Marketing UG errungen.

Per einstweiliger Verfügung erwirkte die Arztempfehlung demnach, dass Five Star "ab sofort Bewertungspakete für Jameda weder bewerben noch verkaufen darf, ohne ihre Kunden darauf hinzuweisen, dass die Entgeltlichkeit der Bewertung bei deren Veröffentlichung offenzulegen ist und dass Jameda Bewertungen, für die ein geldwerter Vorteil angenommen wird, nicht veröffentlicht", teilte das Unternehmen vor Kurzem mit.

Die monierten bestellten Bewertungen seien von bezahlten Bewertern erstellt worden, heißt es. Voten, für die eine geldwerte Gegenleistung angenommen wurde, sind laut den hauseigenen Nutzungsrichtlinien jedoch nicht gestattet, versichert Jameda. Deshalb würden die Bewertungen von einem technischen Prüfalgorithmus herausgefiltert und somit nicht veröffentlicht.

"Online-Arztempfehlungen stellen nur dann einen Mehrwert dar, wenn sie fair und authentisch sind und ohne geldwerte Gegenleistung erstellt wurden. Aus diesem Grund betreibt Jameda einen sehr hohen Aufwand zur Qualitätssicherung und scheut auch nicht, rechtliche Schritte gegen unlautere Dienstleistungen einzuleiten", kommentiert Jameda-Geschäftsführer Fritz Edelmann. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

O-Saft senkt das Gicht-Risiko - und hält schlank

Vom Saulus zum Paulus: Galten Fruchtsäfte einst als gesunde Getränke, verbannen heute sogar manche Schulen die süßen Säfte. Forscher brechen jetzt eine Lanze für Orangensaft. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »

Prä-Op-Leistungen - Und wer zahlt jetzt das Labor?

Wenn eine Leistung in der anderen enthalten ist, kann sie nicht gesondert abgerechnet werden. Diese Regelung greift unter anderem beim präoperativen Labor. Die Laborreform ändert daran nichts. mehr »