Ärzte Zeitung online, 08.08.2008

Qualitätsrating für Kliniken im Verbund

DÜSSELDORF (akr). Das Düsseldorfer Unternehmen Health Innovation Systems (H.I.S.) will einen virtuellen Qualitätsverbund von bundesweit 600 Kliniken unter dem Markennamen "The Leading Hospitals of Germany" aufbauen. Krankenhäuser, die Mitglied werden möchten, müssen sich einer medizinischen Bewertung unterziehen.

H.I.S. bietet Kliniken ein medizinisches Rating einzelner Abteilungen an. Dabei werden unter anderem im Krankenhaus auftretende Komplikationen sowie Mortalitätsraten erfasst und ins Verhältnis zum Risikoprofil der Patienten gesetzt. "Es handelt sich um ein reines Qualitätsrating", erklärt Dr. Ferdinand Jeute, Geschäftsführer von H.I.S.. Wirtschaftliche Daten untersuchen die Prüfer nicht. Das Rating soll alle sechs Monate wiederholt werden und kostet im Jahr pro Abteilung 1000 bis 1500 Euro. "Bislang haben sich 33 Kliniken analysieren lassen, bei weiteren zehn Kliniken findet zurzeit ein Rating statt", berichtet Jeute. "Wir wollen 600 Häuser gewinnen."

Die Kliniken erhalten eine Analyse, die sie zur internen Prozessoptimierung oder für Gespräche mit Verhandlungspartnern nutzen können. Ein Siegel oder eine abgestufte Bewertung, wie sie von großen Rating-Agenturen aus der Wirtschaft bekannt sind bekommen sie nicht. Sie haben aber die Möglichkeit, Mitglied im Verbund "The Leading Hospitals of Germany" zu werden und dann eine Vier- oder Fünf-Sterne-Bewertung zu bekommen. Von den bislang 33 geprüften Kliniken - darunter sind nach Jeutes Angaben die Medizinische Hochschule Hannover, das Klinikum Herford und die Diakonie Düsseldorf - sind alle dem Verbund beigetreten.

Die Mitgliedschaft kostet im Jahr 9000 Euro. Dafür können sich die Kliniken unter anderem in einem Ende des Jahres erscheinenden Buch und in einem speziellen Internetportal präsentieren sowie das Job-Portal des Verbundes nutzen. "Wir wollen jungen Ärzten die Möglichkeiten geben, innerhalb des Verbundes Erfahrungen zu sammeln", sagt Jeute. Assistenzärzte sollen zwischen Abteilungen verschiedener Häuser wechseln können. Außerdem haben Kliniken die Möglichkeit, Patienten aus dem Ausland zu gewinnen. Das Projekt wird bei internationalen Messen oder Botschaften etwa denen Russlands oder Saudi-Arabiens präsentiert. "In Kürze kommen die ersten Patienten aus Panama und Venezuela", berichtet Jeute.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »