Ärzte Zeitung online, 13.08.2008

McZahn wegen Abrechnungsbetrug im Visier der Staatsanwaltschaft

WUPPERTAL (akr). Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt gegen die Zahnarztkette McZahn. "Es besteht der Verdacht der Urkundenfälschung und des Betrugs", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal Ralf Meyer. Am Dienstag hatten Ermittler Räume der Kette durchsucht, deren Zentrale im niederrheinischen Willich liegt.

McZahn wirbt um Patienten mit dem Logo "Zahnersatz zum Nulltarif". Das Unternehmen importiert Zahnersatz aus China und kann ihn mit den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen abrechnen, wenn ein Zahntechnikermeister die Ware kontrolliert und ihre hohe Qualität mit einer sogenannten Konformitätserklärung bescheinigt.

Der Kette wird vorgeworfen, diese Bescheinigungen gefälscht zu haben, sagte Meyer. "Das heißt aber nicht, das der Zahnersatz minderwertig sein muss", betonte er. Die Staatsanwaltschaft wurde durch einen Zahntechnikermeister auf die Kette aufmerksam, der bis September 2007 die Konformitätserklärung für McZahn ausgestellt hatte. Der mutmaßlich entstandene Schaden beträgt laut Meyer 860 000 Euro.

Die Zahnarztkette will heute mittag eine Erklärung zu den Vorwürfen abgeben. Sie ist an sieben Standorten mit Praxen präsent, weitere sollen in Kürze hinzukommen. Das Unternehmen war 2006 mit dem ehrgeizigen Ziel angetreten, innerhalb weniger Jahre bundesweit mehrere hundert Praxen zu eröffnen.

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