Ärzte Zeitung online, 15.08.2008
 

Markenprodukte stützen schwächelnde Generika-Sparte bei Stada

BAD VILBEL (dpa). Beim Pharmahersteller Stada (Bad Vilbel) stützt der wesentlich kleinere Bereich von Markenprodukten immer mehr die schwächelnde Generika-Sparte.

Nach den in Frankfurt vorgelegten Halbjahreszahlen von 2008 steigerte das Unternehmen den Umsatz mit Marken wie dem Sonnenschutzmittel Ladival® in diesem Zeitraum um 31 Prozent auf 186,4 Millionen Euro, während die Generika bei 561,7 Millionen Euro nahezu stagnierten. Das Unternehmen bestätigte die vor wenigen Tagen genannten vorläufigen Zahlen, die mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung den Kurs der Aktie stark unter Druck gesetzt hatten.

Trotz der Herausforderungen auf dem deutschen Markt mit intensivem Wettbewerb durch Rabattverträge und Preissenkungen steigerte der im MDax notierte Konzern das operative Ergebnis um acht Prozent auf 109,5 Millionen Euro. Konzernchef Hartmut Retzlaff erwartet unverändert eine gedämpfte Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr. Zur Wachstumsbeschleunigung würden weiterhin Übernahmen angestrebt.

Sämtliche Kosten im Konzern stehen Retzlaff zufolge auf dem Prüfstand. Stellenstreichungen seien aber momentan nicht geplant. Im vergangenen Jahr hatte Deutschlands drittgrößter und weltweit siebtgrößter Generikahersteller im Vertrieb bereits 230 Stellen gestrichen. Stada sei aus heutiger Sicht optimistisch, dass der Konzern in den kommenden Jahren "erneut signifikantes Wachstum bei Umsatz und Ertrag erzielen kann".

Man strebe weiterhin eigene Übernahmen an, um das Wachstum weiter zu beschleunigen. Ein Gebot für das eigene Unternehmen liege nicht vor, versicherte der Unternehmenschef.

2008 erwartet Stada auf Konzernebene einen deutlichen Umsatzzuwachs. Es sei allerdings offen, ob die Wachstumsrate erneut prozentual zweistellig ausfallen werde. Der Ertrag soll gegenüber dem durch hohe einmalige Sondereffekte belasteten Konzerngewinn 2007 von 105,1 Millionen Euro erneut prozentual deutlich zweistellig wachsen. Um Sondereffekte bereinigt werde 2008 das Ertragsniveau des Vorjahres jedoch voraussichtlich nicht erreicht.

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