Ärzte Zeitung online, 19.08.2008

Patentstreit um Pantoprazol setzt Nycomed zu

KONSTANZ/ZÜRICH (dpa). Das Pharmaunternehmen Nycomed (ehemals Altana Pharma) hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres weniger umgesetzt, aber den Ertrag gesteigert.

Die Umsätze gingen um 3,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, wie Nycomed mitteilte. Dabei schlugen die Probleme mit dem Protonenpumpenhemmer Pantoprazol in den USA negativ zu Buche. Das operative Ergebnis wuchs in den ersten sechs Monaten um rund ein Drittel auf 262 Millionen Euro. Der dänische Arzneimittelhersteller hatte Anfang 2007 die Pharmasparte des Altana-Konzerns gekauft und strukturiert das Unternehmen grundlegend um.

Nycomed fährt die Forschung zurück und konzentriert sich auf den Kauf von Lizenzen für Medikamente sowie die Herstellung und den Vertrieb. Eigene Forschung betreibt das Unternehmen nach der kompletten Trennung von der Sparte Krebspräparate in den Bereichen Gastroenterologie, Atemwegserkrankungen, Entzündungen, Schmerztherapie und chirurgische Präparate. In Konstanz, dem größten Nycomed-Forschungsstandort, wurde die Forschungsabteilung auf 600 Mitarbeiter verkleinert.

In den USA kämpft Nycomed gegen Konkurrenz für Pantoprazol, das im vergangenen Jahr mit 1,7 Milliarden Euro knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes ausgemacht hat. Der israelische Pharmakonzern Teva ist dort bereits mit einem preisgünstigeren Nachahmerpräparat auf dem Markt, obwohl der Patentschutz erst 2009/10 ausläuft. Nycomed hat Teva deswegen auf Schadenersatz verklagt. Seit Jahresbeginn bietet Nycomed selbst zusammen mit Wyeth ein eigenes Pantoprazol-Generikum in den USA an.

Wachstumsmotoren waren in den ersten sechs Monaten die Märkte in Osteuropa und den GUS-Staaten. Dagegen stagnierte der Umsatz in Europa. In Kanada, Lateinamerika und Südafrika war er sogar rückläufig. Nycomed ist mit 12 000 Mitarbeitern in insgesamt 50 Ländern aktiv.

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