Ärzte Zeitung online, 09.10.2008
 

Pharmakonzern Pfizer: Neuausrichtung ist positiv für Deutschland

BERLIN (dpa). Berlin (dpa) - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer steuert sein Deutschland-Geschäft seit Donnerstag von Berlin aus. Die Unternehmenszentrale mit 500 Beschäftigten zog von Karlsruhe an den Potsdamer Platz.

  "Wir sind jetzt Berliner - und das ist richtig so", sagte Pfizer-Deutschlandchef Andreas Penk. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte er, die deutschen Standorte - neben Berlin auch Freiburg, Karlsruhe, Illertissen (Bayern) und Höchst (Hessen) - profitierten von der Neuausrichtung des Konzerns.

Pfizer hatte kürzlich an seinem Hauptsitz New York angekündigt, die Entwicklung bestimmter Medikamente einzustellen und sich auf die erfolgversprechendsten Bereiche zu konzentrieren, wie die Therapie von Krebs, Alzheimer und Diabetes sowie die Schmerzbekämpfung. (wir berichteten)"Das ist eine gute Nachricht für Deutschland", sagte Penk. "Die Neuausrichtung passt für uns perfekt, so haben wir zum Beispiel eine sehr gut entwickelte klinische Forschung."

Für den Umzug der Zentrale der Pfizer Deutschland GmbH waren den Angaben zufolge mehrere Gründe ausschlaggebend: die Hochschulen und vielfältige Kliniken in der Hauptstadt, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und zahlreiche Biotechnologie-Unternehmen. "Diese Stadt und die Region Berlin-Brandenburg haben sich zum wichtigsten Zentrum der Medizin- und Gesundheitswirtschaft in Deutschland entwickelt", sagte Penk bei der Eröffnung. Wichtig sei auch die Nähe zur Bundespolitik.

   "Die Rahmenbedingungen für die Forschung in Deutschland schätzen wir insgesamt als positiv ein", sagte Penk. "Es gab eine beeindruckende Aufholjagd; deutsche Forscher sind in vielen Bereichen vorne dabei, insbesondere auch in der Krebsforschung." Pfizer hat weltweit 87 000 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von 48,4 Milliarden US-Dollar (rund 35,7 Mrd Euro). In Deutschland trugen etwa 4500 Beschäftigte rund 1,6 Milliarden Euro dazu bei.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hieß das Unternehmen willkommen. "Wir sehen uns bestätigt in unserem Bestreben, Berlin mit dem Cluster Gesundheitswirtschaft noch stärker aufzustellen." Penk sagte, der Umzug habe nicht zu einem Verlust von Arbeitsplatzabbau geführt. Er fügte hinzu: "Wir waren über 50 Jahre in Karlsruhe - gerne und erfolgreich. Wir sind mit Wehmut gegangen."

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