Ärzte Zeitung, 27.10.2008

Roche kündigt weitere Investitionen in Deutschland an

Neuartiges Antirheumatikum im ersten Halbjahr 2009

FRANKFURT AM MAIN (cw). Der Schweizer Pharmahersteller Roche will auch in den kommenden Jahren das hohe Investitionsniveau in Deutschland halten. Konzernchef Dr. Severin Schwan kündigte Ende Oktober bei einem Mediengespräch in Frankfurt an, allein für Bauprojekte an den hiesigen Standorten seien jetzt weitere 500 Millionen Euro bewilligt worden.

In den zurückliegenden Jahren, so Schwan, hätten sich Roches Investitionen in Deutschland pro Jahr meist auf 300 bis 400 Millionen Euro addiert. Erst kürzlich hatte Roche bekannt gegeben, im bayerischen Penzberg für 136 Millionen Euro ein neues Labor- und Produktionsgebäude für seine Diagnostika-Sparte errichten zu wollen.

Von Januar bis Ende September haben die Roche-Gesellschaften in Deutschland mit 3,2 Milliarden Euro - darin sind auch Lieferungen an andere Konzerngesellschaften enthalten - knapp sieben Prozent mehr erlöst als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Pharmavertriebsgesellschaft Roche Pharma AG meldet einschließlich der Umsätze von Pa-rallelimporteuren mit Roche-Produkten einen Zuwachs der Verkäufe an Dritte von fünf Prozent auf etwas mehr als eine Milliarde Euro. 85 Prozent der Erlöse seien mit Präparaten erwirtschaftet worden, deren Patentschutz noch für mindestens fünf Jahre, wenn nicht länger, Bestand habe.

Unter Herausrechnung der Umsätze mit dem Grippemittel Tamiflu® (Oseltamivirphosphat), das im Vorjahr hohe Verkäufe zu verzeichnen hatte, die sich dieses Jahr nicht wiederholten, habe das Plus sogar acht Prozent betragen, versicherte Geschäftsführer Hagen Pfundner. Seit Januar 2007 habe sich Roches Marktanteil mit Arzneimitteln im Inland um einen Prozenpunkt auf jetzt 4,4 Prozent verbessert, so Pfundner weiter. Damit sei Roche im deutschen Rx-Markt drittgrößter Anbieter. Die Mannheimer Roche Diagnostics setzte mit zwei Milliarden Euro neun Prozent mehr um.

Pfundner kündigte mit dem Antikörper RoActemra® (Tocilizumab) eine große Neueinführung für das erste Halbjahr 2009 an. Bei dem Präparat, das Roche zusammen mit der Tochterfirma Chugai in Deutschland vermarkten wird, handele es sich um einen Interleukin-6-Rezeptor-Antagonist und damit um ein "völlig neues Wirkprinzip" gegen Rheumatoide Arthritis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ein Anästhetikum zur Behandlung bei schweren Depressionen?

Ketamin - einst als Anästhetikum entwickelt - hat sich in mehreren Studien bei Patienten mit therapieresistenten Depressionen bewährt. Doch: Für Euphorie ist es noch zu früh. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Darf‘s ein bisschen weniger Zucker sein?

Große Lebensmitteleinzelhändler wollen den Zuckergehalt in ihren Eigenmarken reduzieren. Für Verbraucherschützer ist das allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. mehr »