Ärzte Zeitung online, 24.10.2008

Eli Lilly verzeichnet wegen Milliardenstrafe hohen Verlust

INDIANAPOLIS (dpa). Eine Milliardenstrafe wegen seiner Marketingpraktiken hat dem US-Pharmakonzern Eli Lilly im dritten Quartal einen hohen Verlust eingebracht. Der Fehlbetrag lag bei 466 Millionen Dollar (364 Millionen Euro), teilte Eli Lilly am Donnerstag mit.

Ein Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 926 Millionen Dollar (722 Millionen Euro) verbucht worden. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 14 Prozent auf 5,21 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro). Bei einzelnen wichtigen Medikamenten übertraf Ely Lilly die Markterwartungen, so bei Produkten gegen Depressionen, Krebs, Diabetes und Impotenz. Beim Schizophrenie-Mittel Zyprexa stiegen die Umsätze trotz einer Preiserhöhung nur um zwei Prozent auf 1,19 Milliarden Dollar (928 Millionen Euro). Das Mittel steht im Verdacht, das Diabetesrisiko zu erhöhen. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Eli Lilly im Zusammenhang mit früheren Vermarktungspraktiken für Zyprexa® (Olanzapin), eine Strafe in Höhe von 1,415 Milliarden Dollar (1,104 Milliarden Euro) zahlen muss. Die Untersuchungen der Behörden zu dem Mittel liefen bereits seit fünf Jahren. Analysten bezeichneten die Strafe als eine der höchsten, die ein Pharmaunternehmen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten jemals zahlen musste.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Der Trend zur Knieprothese

Bundesweit werden immer mehr künstliche Kniegelenke eingesetzt - zunehmend auch bei Jüngeren. Medizinisch erklärbar sei der Trend nicht, so die Bertelsmann-Stiftung. Die Autoren vermuten finanzielle Gründe dahinter und geben Ärzten Tipps. mehr »

Sieben Forderungen sollen Modelprojekt ARMIN voran bringen

Bereits seit 2014 läuft die Arzneimittelinitiative "ARMIN" in Sachsen und Thüringen. Die Beteiligten des Modellprojekts haben jetzt Bilanz gezogen und sieben Forderungen an die Politik übergeben. mehr »