Ärzte Zeitung online, 27.11.2008

Pharma-Großhändler ANZAG mit deutlich weniger Gewinn

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Frankfurter Pharmagroßhändler ANZAG (Andreae-Noris Zahn AG) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 (31. August) einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Trotz einer weiteren Steigerung des Konzernumsatz um 3,5 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro sank das Ergebnis vor Steuern um 20 Millionen Euro auf noch 10,9 Millionen Euro.

Damit bestätigt sich die vorläufige Umsatz-Einschätzung des Pharmagroßhändlers aus dem Oktober (wir berichteten). Neben Sondereffekten bereitete vor allem der immer härter umkämpfte Markt im Inland Probleme, dessen sinkende Erlöse im Ausland nicht wettgemacht werden konnten, wie das Unternehmen berichtet (27.11.2008). Insbesondere der durch politischen Druck geförderte Direktvertrieb der Hersteller machte dem Großhändler zu schaffen. Die Direktbelieferungen machten inzwischen 17 Prozent des Gesamtmarktes aus. Allgemein sinkende Arzneimittelpreise drückten ebenso auf die Marge wie steigende Kosten für Lagerung und Vertrieb.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet die ANZAG ein Marktwachstum von 4,0 Prozent. Der Umsatz im Konzern soll auf rund vier Milliarden Euro steigen. Zur Verbesserung der Erträge entwickele man Zusatzleistungen für Apotheken und pharmazeutische Hersteller, die über die reine Belieferung hinausgingen, erklärt ANZAG-Chef Thomas Trümper. Er bekräftigt, dass man keine eigene Apothekenkette plane, sondern an das Geschäftsmodell der selbstständigen Apotheke glaube.

Mit mehr als 2400 Mitarbeitern gehört die Andreae-Noris Zahn nach Unternehmensangaben zu den führenden europäischen Pharmagroßhändlern.

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