Ärzte Zeitung online, 10.12.2008
 

Merckle gibt Hoffnung auf Rettung seiner Firmengruppe nicht auf

FRANKFURT AM MAIN (dpa). Der 74 Jahre alte Unternehmer und Milliardär Adolf Merckle gibt die Hoffnung nicht auf, dass die Verhandlungen mit den Banken noch zum Erfolg führen und seine Firmengruppe stabilisiert werden kann. "Am Montag haben wir den Banken ein neues Angebot unterbreitet und arbeiten mit ihnen weiter daran, eine Lösung zu finden", sagte Merckle in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch).

Merckle zeigte Verständnis für die Haltung der Banken, die sich in der Finanzmarktkrise anderen Herausforderungen ausgesetzt sähen als bisher und sich daher anders verhielten. "Aber vorauszusehen war das für niemanden. Es ist eine neue Situation, dass man trotz Sicherheiten keine neuen Kredite mehr bekommt", sagte Merckle.

In den aktuellen Verhandlungen fordern die Banken seinen Angaben zufolge, die Anteile der Familie an den Firmen ratiopharm, HeidelbergCement und Phoenix als Sicherheit zu geben. "Dazu sind wir auch bereit, wenn wir den notwendigen Kredit bekommen", betonte der Unternehmer.

Zu der Aufregung, die entstand, als Merckle die Möglichkeit einer Landesbürgschaft in Baden-Württemberg sondierte, sagte Merckle: " Wir wollten nichts unversucht lassen, um eine Lösung zu finden." Es sei ja nicht darum gegangen, ein Geschenk des Landes zu erhalten, sondern Unternehmen, die in Baden-Württemberg Arbeitsplätze schaffen, zu stabilisieren.

Der Engpass bei Merckles Vermögensverwaltung VEM war aufgrund massiver Verluste im Wertpapiergeschäft und bei Spekulationen mit VW-Aktien entstanden. Nach Schätzungen aus Bankenkreisen besteht ein Finanzierungsbedarf von 700 Millionen bis eine Milliarde Euro. Weitere Quellen sprechen davon, dass auf VEM mindestens Schulden in Höhe von drei bis fünf Milliarden Euro lasten.

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