Ärzte Zeitung, 08.01.2009

ratiopharm soll frühestens 2010 verkauft werden

ULM (dpa). Der angeschlagene Generikahersteller ratiopharm wird definitiv nicht in diesem Jahr verkauft. Daran gebe es, wie aus Unternehmenskreisen verlautete, keinerlei Zweifel. Die Gläubigerbanken hatten der finanziell schwer angeschlagenen Merckle-Gruppe am Mittwoch einen Überbrückungskredit nur unter der Bedingung bewilligt, dass ratiopharm verkauft wird (wir berichteten).

Zwar würden viele Banken am liebsten sehr schnell verkaufen, solange der Erlös zumindest ausreiche, um die Kredite abzudecken, hieß es. Die Merckle-Gruppe werde ratiopharm aber auf keinen Fall verschleudern und deshalb ein besseres Marktumfeld abwarten. Das sei erst 2010 zu erwarten. Als Käufer käme dann zum Beispiel ein Pharmaunternehmen aus dem Ausland in Betracht, das sich im deutschen Markt verstärken will.

In der Vergangenheit wurden als Interessenten die israelische Teva Pharmaceuticals, der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis, der amerikanische Generikahersteller Watson, GlaxoSmithKline und der drittgrößte japanische Pharmakonzern DaiichiSankyo gehandelt. Allerdings sei nach ersten Gesprächen über eine Komplettübernahme von ratiopharm für Teva die Produktion und für Sanofi-Aventis der Vertrieb uninteressant gewesen, hieß es bereits Anfang Dezember.

Die zur Merckle-Gruppe gehörende Vermögensgesellschaft VEM und die Banken wollen nun einen Treuhänder bestimmen, der mit der ratiopharm-Geschäftsführung den Verkauf organisiert.

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