Ärzte Zeitung online, 15.01.2009

Studie: Höhere Sterberate bei Männern nach massiven Privatisierungen

LONDON (dpa). Nach den massiven Privatisierungen in der Wirtschaft der ehemals kommunistischen Länder ist die Sterberate bei Männern spürbar angestiegen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich in den 90er Jahren um fast 13 Prozent.

Das geht aus einer Studie britischer Wissenschaftler hervor, die im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" online veröffentlicht wurde. Die Forschungsergebnisse seien eine wichtige Lehre für andere Länder wie etwa China oder Indien, die einen ähnlichen Wandel ihrer Industrien planten, urteilten die Wissenschaftler.

Die Autoren hatten die Sterberate von Männern im arbeitsfähigen Alter zwischen 15 und 59 Jahren in post-kommunistischen Ländern der ehemaligen Sowjetunion und anderen Ländern Osteuropas zwischen 1989 und 2002 untersucht. Als massive Privatisierung gelte, wenn mindestens 25 Prozent großer staatlicher Unternehmen innerhalb von zwei Jahren in private Hand wechselten. Die Forscher hatten ihre Ergebnisse um Faktoren wie etwa Einkommensveränderungen bereinigt.

Als einen wichtigen Faktor für die höhere Sterberate sehen die Wissenschaftler den starken Anstieg der Arbeitslosenquote, weil Arbeitgeber den Beschäftigten bis zur Privatisierung eine umfassende Gesundheits- und Sozialpflege geboten hätten.

Abstract der Studie "Mass privatisation and the post-communist mortality crisis: a cross-national analysis"

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