Ärzte Zeitung, 06.02.2009

Die Pipeline von Wyeth

Ein Impfstoffspezialist

Wyeth forscht mit einem Budget von mehr als drei Milliarden US-Dollar. Vor allem die Erforschung neuer Impfstoffe macht Wyeth für Pfizer attraktiv. Interessant sind auch potenzielle Therapien gegen Alzheimer.

Am weitesten fortgeschritten unter den Alzheimer-Projekten in der Wyeth-Pipeline ist Bapineuzumab. Der humanisierte monoklonale Antikörper wird gemeinsam mit Elan entwickelt. In einer Phase-II-Studie zeigten sich signifikante Vorteile in bedeutenden Subgruppen. Bapineuzumab bindet Beta-Amyloid, den wichtigsten Bestandteil der Plaques, die sich im Gehirn von Alzheimer-Patienten bilden.

Die Impfstoffsparte von Wyeth arbeitet an einer Weiterentwicklung von Prevenar®, der umsatzstärksten Vakzine und der ersten Pneumokokken-Impfung für Kinder. Die neue 13-valente Vakzine deckt im Vergleich zu Prevenar® sechs weitere Serotypen ab. Gegen invasive Pneumokokken-Erkrankung bei Kindern wurde der Zulassungsantrag in der EU im Dezember 2008 gestellt.

Beispiele für weitere Kandidaten in der auch für Pfizer so wichtigen Indikation Krebs:

  • Torisel® (Temsirolimus). Der Wirkstoff ist bereits bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom zugelassen. In der EU wurde der Antrag für die neue Indikation Mantelzell-Lymphom gestellt.
  • Bosutinib (oral) für Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie. Der Wirkstoff hemmt ein CML-spezifisches Enzym.

Den Rückwärtsgang legte Wyeth bei Desvenlafaxin ein. Das Antidepressivum war vorgesehen als Nachfolger für das in Deutschland mit Generikakonkurrenz konfrontierten Trevilor® (Venlafaxin). Nach Diskussionen mit der EMEA hat Wyeth den EU-Zulassungsantrag zurückgezogen - als "Teil seiner globalen Zulassungsstrategie", wie es hieß. In den USA und anderen Ländern ist Desvenlafaxin dagegen im Markt. (art)

Lesen Sie dazu auch:
Substanzerhalt statt Höhenflug
Ein neuer Riese auch in Deutschland
Was Sie über die Fusion wissen sollten
Pfizer: Gewappnet für die Zukunft
Die Pipeline von Pfizer: Keiner investiert mehr Geld
Wyeth: Schon früh auf Biotech gesetzt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »