Ärzte Zeitung online, 17.02.2009

Britische Währung drückt Ergebnis von Pharmahändler Celesio

FRANKFURT/MAIN (dpa). Europas größter Pharmahändler Celesio will das Gewicht des britischen Geschäfts verringern. Die Aktivitäten in Großbritannien sind wesentlich mitverantwortlich für den deutlichen Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr.

Allein um 50 Millionen Euro sei das Ergebnis "durch die desaströse Schwäche des Pfunds" geschmälert worden, sagte der Celesio-Vorstandsvorsitzende Fritz Oesterle der am Dienstag erscheinenden "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die größte Ergebnisbelastung, die Oesterle mit 135 Millionen Euro bezifferte, resultiere aus unerwarteten staatlichen Maßnahmen, wiederum größtenteils in Großbritannien, aber auch in Frankreich und Norwegen. "In solchem Umfang gab es das noch nie." Um das starke Gewicht von Großbritannien reduzieren, suche Celesio neue Wachstumsoptionen außerhalb des Pfund-Raumes.

Die Pläne von Celesio, unter der Marke DocMorris eine Apothekenkette in Deutschland aufzubauen, könnten dadurch vereitelt werden, dass der Europäische Gerichtshof sich für die Beibehaltung des nationalen Rechts ausspricht. Das Urteil wird in diesem Frühjahr erwartet. Der Kauf von DocMorris sei aber keineswegs vergebens gewesen. Fast 200 Apotheken hätten sich inzwischen dem Franchisesystem DocMorris angeschlossen, mittlerweile gebe es auch eine Eigenmarke von DocMorris für Schmerzmittel, Fieberthermometer, Blutdruckmessgeräte und dergleichen, hieß es vom Unternehmen.

Lesen Sie dazu auch:
Celesio: Millionenabschreibung im Apothekengeschäft
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