Ärzte Zeitung, 20.03.2009

Die Pipeline von Schering-Plough

Fünf neue Blockbuster bis 2013

Schering-Plough hat derzeit 46 Projekte, die in klinischen Studien verfolgt werden.

Im vergangenen Jahr investierte der US-Konzern 3,5 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung. Und während viele große Pharmakonzerne nur wenige Hoffnungsträger für die nächste Dekade in der klinischen Erprobung haben, wartet Schering-Plough gleich mit fünf Kandidaten auf, die bis 2013 die Zulassungshürden genommen haben könnten und das Potenzial haben, jeweils mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz zu erzielen. Die Wirkstoffe sind für die Indikationen Rheumatoide Arthritis, Morbus Parkinson, Asthma, Hepatitis C und Thromboseprävention vorgesehen.

Vielversprechender Kandidat ist zum Beispiel ein oral verfügbarer Thrombin-Rezeptor-Antagonist (TRA), der nach den Plänen von Schering-Plough schon 2011 zugelassen werden könnte. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat bereits eine schnelle Bearbeitung zugesagt (Fast Track), wenn er zur Zulassung eingereicht wird.

Im Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur befindet sich der humane Anti-TNF-Antikörper Golimumab (vorgesehenes Warenzeichen Simonie®) zur Anwendung bei rheumatoider Arthritis, ankylosierender Spondylitis und Psoriasis-Arthritis. Der Wirkstoff stammt aus der Forschung des Unternehmens Centocor, das heute zu Johnson & Johnson gehört. Schering-Plough darf das Arzneimittel in Lizenz in den meisten Ländern außerhalb der USA vertreiben.

In der EU bereits zugelassen ist das Antipsychotikum Saphris® (Asenapin), ein 5-HT2A- und D2-Rezeptorantagonist. Für sein umsatzstärkstes Krebsarzneimittel Temodal® (Temozolomid) gegen maligne Gliome hat Schering-Plough gerade die EU-Zulassung für die intravenöse Darreichungsform erhalten. (brs)

Lesen Sie dazu auch:
Hoffnungen auf die volle Pipeline
Die Pharmabranche gilt als krisenfest
Was Sie über die Fusion wissen sollten
Ein Chef mit ruhiger Hand
Breites Indikationsspektrum
Ein routinierter Sanierer

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »