Ärzte Zeitung, 23.03.2009

Dräger will Kosten senken und rechnet mit Stellenabbau

Lübeck (dpa). Der Lübecker Medizintechnik-Hersteller Dräger stellt sich wegen der weltweiten Wirtschaftskrise auf ein schwächeres Geschäft 2009 und einen möglichen Stellenabbau ein (wie kurz berichtet).

Für den Fall eines Stellenabbaus sollten zunächst Zeitarbeitsplätze wegfallen, sagte der Vorstandschef der Drägerwerk Verwaltungs-AG, Stefan Dräger. "Wir wollen die Kosten insgesamt signifikant senken, um künftig bei vergleichbarem Umsatz ein höheres Ergebnis zu erzielen." Für 2009 wird zur Zeit ein Erlösrückgang um fünf Prozent erwartet. Im Stammwerk Lübeck sind insgesamt 3300 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit sind es 10 909.

Im vergangenen Jahr bekam Dräger die Wirtschaftskrise bereits zu spüren. 2008 ging der Konzerngewinn um knapp ein Viertel auf 47 Millionen Euro zurück. 2009 werde der Konzern schwarze Zahlen schreiben, sagte Dräger. Der Umsatz stieg um 5,8 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Dabei wuchsen die Geschäftszweige Medizin- und Sicherheitstechnik unterschiedlich stark: In der Medizintechnik, in der Dräger unter anderem Beatmungs- und Anästhesiegeräte für Kliniken herstellt, stiegen die Erlöse um 2,8 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Der starke Euro, harter Wettbewerb und Kostendruck bei den Kunden führten zu einem rückläufigen operativen Ergebnis.

Für den Bereich der Sicherheitstechnik mit High-Tech-Atemschutzmasken und Geräten zum Alkohol- und Drogennachweis kletterte der Umsatz um rund elf Prozent auf 707 Millionen Euro. In dem Absatz solcher Produkte bei Feuerwehren und Polizei in den USA sieht Dräger noch ein Wachstumspotenzial.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »