Ärzte Zeitung online, 15.04.2009

Intel sieht schwerste Zeit überstanden

MÜNCHEN (dpa). Nach einem deutlichen Gewinnrückgang in den vergangenen Monaten sieht der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel Licht am Ende des Tunnels. "Wir denken, dass wir die schwerste Zeit hinter uns haben", sagte Intel Deutschland-Chef Hannes Schwaderer am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. Es gebe mehrere Anzeichen dafür, dass die Talsohle erreicht sei.

So seien die Lagerbestände bei Intel deutlich reduziert worden und auch die Kunden hätten ihre Vorräte abverkauft. Außerdem habe sich das Geschäft im ersten Quartal in den USA besser entwickelt als in anderen Ländern. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass die USA, die schneller in die Krise reingerutscht waren als andere Länder, nun auch wieder als erste herausfänden.

Intel gilt als wichtiger Indikator für die gesamte Technologiebranche, da die Halbleiter in zahlreichen anderen Produkten verwendet werden, darunter auch in der Autoindustrie. Bei Computern hat Intel einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Im ersten Quartal brach der Überschuss bei Intel infolge der Wirtschaftskrise weltweit im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 647 Millionen Dollar ein. Der Umsatz fiel um mehr als ein Viertel auf 7,1 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro).

Zahlen für Deutschland gibt das Unternehmen nicht bekannt. Das Geschäft mit Privatkunden habe hier aber deutlich zugelegt, sagte Schwaderer. Dazu habe auch die zunehmende Verbreitung von Netbooks für den mobilen Internet-Zugang beigetragen. Für den Gebrauch zu Hause entschieden sich die Kunden hingegen häufiger für Laptos mit größeren Bildschirmen. "Nirgendwo auf der Welt werden so hochwertige Geräte gekauft wie in Deutschland."

Das Geschäft mit Firmenkunden in Deutschland entwickle sich im Mittelstand stabil. Bei den großen Konzernen gebe es zwar noch Zurückhaltung, allerdings hätten in einer Umfrage unter IT-Entscheidern 85 Prozent der Befragten gesagt, die Ausgaben künftig mindestens stabil zu halten. Dies sei ein Grund für die Zuversicht bei Intel, sagte Schwaderer. "Wir fühlen den Puls nicht nur aus dem Bauch raus."

Intel beschäftigt weltweit rund 80 000 Mitarbeiter, davon rund 460 in Deutschland, vor allem in der Zentrale in Feldkirchen bei München.

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