Ärzte Zeitung, 18.05.2009

Linde will weltweit 3000 Arbeitsplätze streichen

MÜNCHEN (dpa). Nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal (wir berichteten kurz) hat der Industriegas-Konzern Linde auf seiner Hauptversammlung angekündigt, weltweit rund 3000 seiner insgesamt 51 000 Arbeitsplätze zu streichen, einen kleinen Teil davon auch in Deutschland. Auf betriebsbedingte Kündigungen will Linde in Deutschland aber nach Möglichkeit verzichten. Der Konzern ist auch im Kliniksektor in der Versorgung mit Gasen aktiv.

Im Gesamtjahr befürchtet der DAX-Konzern wegen der Kaufzurückhaltung der Kunden sinkende Umsätze und Erträge. Eine langfristige Gewinnprognose wollte Linde-Chef Wolfgang Reitzle am Freitag bei der Hauptversammlung in München nicht abgeben. "Ich kann das beim besten Willen nicht sagen." Im ersten Quartal war der Überschuss bei Linde um gut ein Viertel auf 115 Millionen Euro gesunken, der Umsatz schrumpfte um 7,6 Prozent auf knapp 2,7 Milliarden Euro.

Auch in der Krise sieht Reitzle den Konzern mit seiner Präsenz in weltweit rund 100 Ländern aber gut aufgestellt. Der Verkauf des Gabelstaplergeschäfts, das früher einen großen Teil zum Umsatz beitrug, hat Linde nach Ansicht von Reitzle vor Schlimmerem bewahrt. "Wir haben in den vergangenen fünf Jahren ein Fundament gelegt, das uns auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten Stabilität verleiht." Es gebe kaum eine Industrie, die nicht in irgendeiner Form für die unterschiedlichsten Anwendungen Gase nutze. "Insbesondere Industriezweige wie die Lebensmittelindustrie, der Energiesektor oder der Markt für medizinische Gase sind wenig konjunkturanfällig." Im Gesundheitsmarkt sorge schon allein die demographische Entwicklung für Stabilität.

Das vergangene Jahr war nach Angaben von Reitzle für Linde das erfolgreichste der Firmengeschichte. Der Umsatz stieg um 2,9 Prozent auf 12,66 Milliarden Euro, der Überschuss sank nach dem Wegfall von Sondereffekten im Vorjahr von 996 auf 776 Millionen Euro. Die Aktionäre werden mit einer Dividende von 1,80 Euro daran beteiligt, das sind 10 Cent mehr als im vergangenen Jahr.

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