Ärzte Zeitung online, 15.06.2009

Der Werkstoff des 21. Jahrhunderts ist Licht - auch für die Medizin

MÜNCHEN(dpa). Die optische Industrie wird nach Einschätzung der Branche künftig vor allem mit den Bereichen Medizintechnik und Solarenergie wachsen. Schlechter laufe der Absatz optischer Technologien zurzeit in der Auto- und Halbleiterindustrie, sagte der Geschäftsführer des Industrieverbands SPECTARIS, Sven Behrens, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Wegen der Wirtschaftskrise werde die optische Industrie in diesem Jahr auf das Umsatzniveau von vor drei Jahren schrumpfen. "Unsere Anwendungsbereiche sind breitgefächert. Wir sind deshalb abhängig von der Entwicklung in den einzelnen Branchen." Von Montag (15. Juni) an trifft sich die optische Industrie zur "Laser World of Photonics" in München. Die viertägige Schau gilt als Leitmesse der sogenannten Photonik-Branche.

Nach Einschätzung von Behrens haben sich Laserstrahlen zu einem der wichtigsten Werkzeuge in der Industrie gemausert. "Ohne optische Technik wären etliche Neuerungen in den Bereichen Gesundheit, Industrieproduktion und Energie gar nicht zu verwirklichen gewesen", erläuterte er. "Wir haben Licht als Werkstoff des 21. Jahrhunderts erschlossen." In der Medizin etwa werde Licht in Form von Laserstrahlen als Skalpell eingesetzt. In der Autoindustrie würden mit Laser Karosserien zusammengeschweißt. Die Produktion von Kollektoren zur Gewinnung von Solarstrom sei durch Lasertechnik überhaupt erst möglich geworden. "Es gibt eine Vielzahl von Anwendungen, bei denen optische Technologien Lösungen bringen."

   Das Potenzial der stark gebündelten Lichtstrahlen sei erst nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. "Wir feiern nächstes Jahr 50 Jahre Laser, so jung ist diese Industrie noch", sagte Behrens. "Die rasante Entwicklung hat erst mit dem Jahr 2000 begonnen. Seitdem ging der Umsatz um 80 Prozent nach oben."

Die Photonik-Branche habe zuletzt einen Jahreserlös von 22 Milliarden Euro verbucht und 120 000 Mitarbeiter in rund 1000 Betrieben beschäftigt. In diesem Jahr werde sich der Umsatz aber auf das Niveau des Jahres 2006 reduzieren. Damals hatte die Branche 19,7 Milliarden Euro erlöst.

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