Ärzte Zeitung online, 19.06.2009

Freispruch für Merckle-Familie in Finnland: kein Vergehen gegen Börsengesetze

HELSINKI(dpa). Ein Gericht in Helsinki hat die Familie des früheren deutschen Unternehmers Adolf Merckle vom Vorwurf der Börsenvergehen freigesprochen.

Wie Zeitungen in Helsinki am Freitag berichteten, sah das Gericht alle Anklagepunkte aus der Übernahme des an der Börse notierten Unternehmens Tamro durch Merckle im Jahr 2000 als verjährt an.

Merckle beging nach dem Zusammenbruch seiner überschuldeten Unternehmensgruppe, zu der unter anderem der Pharmagroßhändler Phoenix und der Generikahersteller ratiopharm gehören, im Januar 2009 Selbstmord. In Finnland wurde auch gegen seine Witwe sowie vier Kinder des Paares verhandelt. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft hatte die Familie bei der feindlichen Übernahme des Pharma-Handelsunternehmens Tamro durch den Phoenix- Konzern eigene Beteiligungen an Phoenix verschwiegen.

Die Verfahrenskosten über knapp 100 000 Euro muss der finnische Staat tragen. In der Urteilsbegründung schloss sich das Gericht der Argumentation der Verteidiger an, wonach die Anklage spätestens fünf Jahre nach der Übernahme hätte erhoben werden müssen.

Topics
Schlagworte
Unternehmen (11917)
Organisationen
Phoenix (125)
Tamro (4)
Personen
Adolf Merckle (48)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

In Westeuropa sterben Deutsche am frühesten

Deutschland hat unter 22 westeuropäischen Ländern die niedrigste Lebenserwartung. Wie aus einem aktuellen WHO-Bericht hervorgeht, gibt es im weltweiten Vergleich noch immer drastische Unterschiede – von bis zu 40 Jahren. mehr »

Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Weltantibiotikawoche ist angelaufen: Während die WHO für mehr Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Medizin wirbt, versucht ein Projekt von Ärzten und Kassen die Bürger für Resistenzen zu sensibilisieren. mehr »