Ärzte Zeitung online, 19.06.2009

Barroso: Eskalation des Gasstreits droht

BRÜSSEL(dpa). Nach Einschätzung von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso droht eine Eskalation des Gasstreits zwischen der Ukraine und Russland. Nach Abschluss des EU-Gipfels am Freitag in Brüssel sagte Barroso, er habe deshalb mit dem russischen Premier Wladimir Putin und dessen ukrainischer Kollegin Julia Timotschenko telefoniert.

Die EU versucht, in dem Konflikt um unbezahlte russische Rechnungen zu vermitteln. Die Ukraine ist auch im Zuge der Weltwirtschaftskrise finanziell schwer angeschlagen.

"Wir müssen uns auf den schlimmsten Fall einstellen", sagte Barroso. Anfang des Jahres hatte es wegen eines Streits zwischen dem Produzenten Russland und dem Transitland Ukraine wochenlange Lieferausfälle in Europa gegeben.

"Russisches Gas muss bezahlt werden", stellte Barroso klar. "Es handelt sich um eine große Krise." Er habe mit dem Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, telefoniert, um Lösungen zu finden. Es gehe darum, ein Paket zu schnüren, um Finanzierungslücken der Ukraine zu schließen. Es werde über ein entsprechendes Treffen mit Vertretern der EU und internationaler Finanzorganisationen nachgedacht.

   Die Ukraine hat zur Abwendung eines neuen Gaslieferstopps aus Russland bei der Europäischen Union 4,2 Milliarden Dollar (3 Millionen Euro) Kredit beantragt. Russland hat in Aussicht gestellt, sich an einem Kredit nur gemeinsam mit der EU zu beteiligen.

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