Ärzte Zeitung online, 03.07.2009

Acht Pflegeunternehmen gründen Arbeitgeberverband

BERLIN (dpa). Acht große private Pflegeunternehmen in Deutschland haben sich zu einem Arbeitgeberverband zusammengeschlossen. Ziel sei es, die Zukunft der Pflege entscheidend mitzubestimmen, sagte der Vorsitzende Thomas Greiner am Freitag in Berlin.

Acht Pflegeunternehmen gründen Arbeitgeberverband

Die Pflege ist eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahrzehnte.

Foto: Klaro

Zum Verband gehören die Unternehmen CASA REHA, CURA, CURANUM AG, Kursana, Marseille-Kliniken AG, PHÖNIX Seniorenzentren, Pro Seniore, Vitanas und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste. Die Unternehmen haben zusammen rund 184 000 Mitarbeiter.

Private Anbieter organisierten rund 40 Prozent der stationären und 60 Prozent der ambulanten Pflege, betonte Greiner, der auch Vorstandschef des Dienstleistungsgruppe Dussmann ist. "Die Pflege ist eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahrzehnte und muss raus aus der Tabu-Ecke", so Greiner zur dpa.

Der neue Arbeitgeberverband Pflege will auch den geplanten Mindestlohn mitbestimmen. Greiner spricht sich für 7,50 Euro pro Stunde im Osten und 8,50 Euro im Westen Deutschlands für Pflegehelfer aus. Die unterschiedlichen Sätze hingen mit den jeweiligen Leistungen der Pflegekassen zusammen. Gewerkschaftsforderungen von fast 10 Euro seien nicht bezahlbar, meinte Greiner. Er rechnet nicht damit, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Sommer 2010 einigen.

Bundesweit gibt es mehr als zwei Millionen Pflegebedürftige, bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl nach Prognosen mehr als verdoppeln. In dem Bereich arbeiten 800 000 Menschen - laut Greiner etwa so viel wie in der Automobilindustrie.

Kirchliche Anbieter wie Caritas und Diakonie sind nicht Mitglied im Verband.

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