Ärzte Zeitung online, 07.07.2009

Industrie mit sattem Auftragsplus von 4,4 Prozent

BERLIN (dpa). Nach einem überraschend starken Auftragsplus für die deutsche Industrie steigen die Hoffnungen auf ein Ende der Konjunkturtalfahrt. Im Mai stiegen die Ordereingänge gegenüber dem Vormonat um 4,4 Prozent und damit weit stärker als Ökonomen erwartet hatten.

Wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin weiter mitteilte, nahmen nach vorläufigen Zahlen die Inlands- sowie die Auslandsbestellungen um 3,9 beziehungsweise 5,2 Prozent zu.

Die Ordereingänge erhöhten sich damit das dritte Mal in Folge. Im April hatten sie nach leichter Korrektur nach oben um 0,1 Prozent zugenommen. "Die Aussichten auf eine breiter angelegte Stabilisierung der Industrieproduktion haben sich damit gefestigt", heißt es weiter. Von der Finanznachrichtenagentur dpa-afx befragte Volkswirte hatten für Mai mit einem Orderplus von lediglich 0,8 Prozent gerechnet.

Die Auftragseingänge gelten neben der Industrieproduktion - die Zahlen folgen an diesem Mittwoch - als ein wichtiger Frühindikator für den weiteren Konjunkturverlauf. Im Vergleich zum Vorjahresniveau fallen die Auftragseingänge aber noch deutlich niedriger aus.

Das Ministerium verwies darauf, dass der Anteil an Großaufträgen für einen Mai "leicht überdurchschnittlich" gewesen sei. Bei den Auslandsorders zogen den Angaben zufolge vor allem Bestellungen außerhalb der Euro-Zone an (plus 8,2 Prozent). Mehr Aufträge verbuchten insbesondere Hersteller von Investitionsgütern, und zwar ein Plus von 5,9 Prozent. Hierzu zählt auch die Produktion von Kraftwagen und Kfz-Teilen, wo 9,8 Prozent mehr bestellt wurde.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (April/Mai gegenüber Februar/März) erhöhte sich die Nachfrage nach Industrieprodukten um 4,2 Prozent. Die Inlandsnachfrage stieg deutlich um 3,9 Prozent und die aus dem Ausland um 4,5 Prozent. Ihren Vorjahresstand unterschritten die Auftragseingänge in der Industrie im Zweimonatsvergleich (April/Mai) allerdings um 33,5 Prozent. Die Inlandsbestellungen lagen um 29,5 und die Auslandsbestellungen um 36,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

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