Ärzte Zeitung online, 13.08.2009

Pharmahändler Celesio verdient mehr

STUTTGART (dpa). Beim Pharmahändler Celesio hat im ersten Halbjahr 2009 das schwache Pfund erneut Spuren hinterlassen. Der operative Gewinn und der Umsatz gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Der Konzerngewinn stieg hingegen leicht.

Trotz jüngster Übernahmen bleibe 2009 ein herausforderndes Jahr für Celesio, denn die konjunkturellen Vorzeichen blieben weltweit negativ, schrieb Unternehmenschef Fritz Oesterle in einem Brief an seine Aktionäre am Donnerstag. Die zurückliegenden Wochen zeigten jedoch, dass Celesio gut aufgestellt sei, "um auch in einem raueren Umfeld erfolgreich agieren zu können".

Die Aktie gab im frühen Handel 3,41 Prozent auf 20,95 Euro nach. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet die im MDax notierte Gesellschaft weiterhin ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) leicht über 600 Millionen Euro. Darin enthalten seien allerdings noch nicht mögliche positive Effekte aus den jüngsten Übernahmen. Unter anderem übernahm Celesio erst Ende Juni etwas mehr als die Hälfte am brasilianischen Großhändler Panpharma. Dabei wagt das schwäbische Unternehmen erstmals den Sprung nach Übersee.

In den ersten sechs Monaten 2009 sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Euro um 4,5 Prozent auf 296,0 Millionen Euro gesunken, teilte Celesio am Donnerstag in Stuttgart mit. Der Umsatz ging in Euro um 2,0 Prozent auf 10,38 Milliarden Euro zurück. In lokalen Währungen haben sich allerdings das operative Ergebnis um 3,5 Prozent und die Erlöse um 2,0 Prozent erhöht, hieß es. Der Konzerngewinn kletterte in Euro um 0,7 Prozent auf 124,4 Millionen Euro.

Mit Apotheken setzte Celesio in den ersten sechs Monaten 4,1 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. Während sich das Geschäft mit Präsenzapotheken aufgrund negativer Währungseffekte rückläufig entwickelte, setzte Celesio mit Versandapotheken deutlich mehr um.

Im Großhandel sanken die Erlöse um 1,8 Prozent. Celesio führte dies unter anderem auf einen verschärften Wettbewerb sowie die im April 2008 eingeführte staatliche Kürzung der Großhandelsmarge in Frankreich zurück. Positiv habe sich hingegen das Großhandelsgeschäft in Deutschland entwickelt. Die kleinste Celesio-Sparte mit Dienstleistungen für die Pharmaindustrie setzte hingegen 1,3 Prozent mehr um. Zum Jahresanfang hatte Celesio seine Geschäfte neu gebündelt.

Ende Juni beschäftigte das Stuttgarter Unternehmen 38 566 Mitarbeiter und betrieb 2 326 eigene Apotheken.

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