Ärzte Zeitung, 09.10.2009

Krise trifft jetzt auch die Medtech-Branche

HAMBURG (gvg). Sie schlägt sich besser als viele andere Branchen. Doch in der weltweiten Wirtschaftskrise lässt auch die deutsche Medizintechnikindustrie Federn. Vor allem das Exportgeschäft leidet.

Aufs Jahr gerechnet erwarte er für die 1245 deutschen Medizintechnikunternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern derzeit einen Umsatzrückgang von insgesamt drei Prozent, sagte Stefan Diepenbrock vom Verband der Hightech-Industrie Spectaris. "Die wirtschaftlich schwierige Situation beeinflusst also auch diesen Industriezweig nachweisbar", so Diepenbrock.

Der Umsatzrückgang sei vor allem auf die schwache Nachfrage im Ausland zurückzuführen. So brach das Russlandgeschäft um 28 Prozent ein. Die Nachfrage aus Spanien sank um 22 Prozent und die aus den USA um drei Prozent. Gegen den Trend stemmen sich China und der Nahe Osten, wo die Unternehmen im Export Steigerungsraten von 5 beziehungsweise 14 Prozent verzeichnet.

Im Inland wird die Medizintechnikindustrie das Jahr 2009 voraussichtlich mit einem leichten Umsatzplus von zwei Prozent abschließen. "Die Spannbreite ist dabei sehr groß. In der Tendenz schneiden Unternehmen, die Geräte für elektive Verfahren anbieten, schlechter ab als jene, die lebensnotwendige Geräte produzieren", so Diepenbrock. Erfreulich sei, dass die Medizintechnikindustrie bisher ohne größere Entlassungswellen durch die Krise gekommen sei. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche liege konstant bei etwa 100 000.

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