Ärzte Zeitung online, 15.10.2009

Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen Hörgerätehersteller

BONN (dpa). Das Bundeskartellamt hat gegen einen führenden Hörgeräte-Hersteller ein Bußgeld von 4,2 Millionen Euro verhängt. Das baden-württembergische Unternehmen Phonak habe auf die Verkaufspreise seiner Produkte Einfluss genommen, teilte das Kartellamt am Donnerstag in Bonn mit.

Hörgeräte werden über sogenannte Hörgeräte-Akustiker verkauft, die sie gleich auch testen und einstellen. In dem Fall, um den es hier ging, hatte ein bestimmter Hörgeräte-Akustiker Geräte von Phonak deutlich unter dem üblichen Preis angeboten. Daraufhin beschwerten sich andere Hörgeräte-Akustiker aus ganz Deutschland bei Phonak, worauf das Unternehmen mit einer Liefersperre gegen den "Preisbrecher" reagierte.

Dieser sah sich dadurch gezwungen, seine Preise für die Hörgeräte anzuheben. Nach Überzeugung des Bundeskartellamtes ist dies nicht als isolierter Fall zu betrachten, vielmehr sollte damit ein Exempel statuiert werden. Phonak bestreite dies, wolle die Entscheidung des Kartellamts aber nicht anfechten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »