Ärzte Zeitung online, 10.11.2009

Kraft will sich Cadbury per feindlicher Übernahme einverleiben

LONDON (dpa). Der US-Lebensmittelgigant Kraft Foods will sich den britischen Süßwarenriesen Cadbury per feindlicher Übernahme einverleiben. Dafür will Kraft aber nicht tiefer in die Tasche greifen.

Nachdem der weltweit zweitgrößte Lebensmittelkonzern im September bei der Cadbury-Konzernspitze abgeblitzt war, richtete Kraft sein Angebot von 9,8 Milliarden Pfund (knapp 11 Milliarden Euro) am Montag direkt an die Aktionäre. Das Cadbury-Management forderte die Aktionäre auf, nicht auf das Kraft-Angebot einzugehen.

Die Offerte spiegele noch nicht einmal annähernd den Wert Cadburys wider, teilte das britische Unternehmen mit. Bei einer Fusion beider Unternehmen entstünde der weltgrößte Süßwarenkonzern mit fast 15 Prozent Marktanteil.

Kraft, Hersteller zum Beispiel von Milka-Schokolade oder Philadelphia-Frischkäse, zeigte sich von den Vorteilen einer Fusion überzeugt: "Unser Angebot nutzt sofort und langfristig den Cadbury-Aktionären und dem Unternehmen am besten", sagte Kraft-Chefin Irene Rosenfeld bei der Vorlage der Offerte wenige Stunden vor Ablauf einer Angebotsfrist.

Allerdings versüßte Kraft Foods sein erstes Angebot nicht, um die Cadbury-Aktionäre zu überzeugen. Weil sich bislang kein anderer Konzern an dem Übernahmepoker beteiligt hatte, ist Kraft nicht in Zugzwang. Die neue Offerte ist sogar weniger wert als das erste Angebot.

Kraft Foods will die Übernahme mit einem Mix aus Bargeld und eigenen Aktien stemmen. Allerdings haben sich seit dem ersten Angebot sowohl die Währungskurse als auch der Aktienwert von Kraft geändert. Vor zwei Monaten hatte das Angebot noch einen Wert von 10,2 Milliarden Pfund.

Topics
Schlagworte
Unternehmen (12172)
Organisationen
Kraft (6)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Resistenzen behindern Kampf gegen Tuberkulose

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten – ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Medi24 drängt kostenlos in den Markt

Ein großer schweizer Anbieter telefonischer Arztkontakte lockt zur Markteinführung mit einem besonderen Angebot: Patienten sollen kostenfrei via Telefon medizinischen Rat erhalten. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete heftige Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »